Wo bleibt die Magie?: Barça droht, normalsterblich zu werden

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Wo bleibt die Magie?Barça droht, normalsterblich zu werden

Barcelona sucht den Weg aus der Mini-Krise. Und Chelsea kommt ungelegen: Die Grätschen der Blauen und ein Maulwurf sprechen gegen die Katalanen. Ab 20.45 Uhr sind Sie bei uns live mit von der Partie.

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Kommt der Erfolg zurück? Lionel Messi und Pep Guardiola stehen vor einer schwierigen Aufgabe.

Kommt der Erfolg zurück? Lionel Messi und Pep Guardiola stehen vor einer schwierigen Aufgabe.

Der FC Barcelona gilt seit Jahren als die Über-Mannschaft im europäischen Fussball. Derzeit läuft der Motor aber alles andere als geschmiert. Mit der Meisterschaft wird es nach der Heimpleite im Clásico nichts mehr, der Triumph in der Champions League soll die Saison retten - aber wie? Lionel Messi leidet an einem Chelsea-Komplex, Pep Guardiola sucht verzweifelt den Maulwurf, Chelsea wird grätschen, was das Zeug hält und auch sonst herrscht irgendwie Katerstimmung bei den Zauberfussballern.

Erst Chelsea, dann Real. Das erfolgshungrige Barcelona, das seit Guardiolas Amtsantritt 2008 zweimal die Champions League, zweimal die Klub-WM, dreimal den Meistertitel und einmal den Pokal holte, hat eine harte Woche hinter sich. Zwei Niederlagen am Stück gab es in dieser Saison noch nie. Mehr noch: Zwei Niederlagen in Serie musste das Traumgespann Guardiola/Barça überhaupt noch nie hinnehmen. Real und Chelsea haben es gezeigt: Wenn der Gegner aggressiv verteidigt und kompakt steht, kann selbst ein Barcelona in Bestbesetzung nicht viel ausrichten. Auch Lionel Messi nicht. Der 24-jährige Argentinier traf in bisher sieben Partien gegen Chelsea noch nie.

Chelsea weiss, wie es geht

Hundertfach haben Lionel Messi und seine kongenialen Mitspieler die vergangenen Saisons sämtliche Abwehrreihen auseinandergenommen. Die vergangenen sechs Tage kriegte die sonst so makellose Oberfläche der Katalanen ein paar Kratzer. Spielt Chelsea noch einmal 90 Minuten so, als ginge es um ihr Leben, dann erzwingen die Engländer das Glück womöglich nochmals und lassen den Gegner einmal mehr nur Latte und Pfosten treffen. Die Krise wäre perfekt. Bodo Illgner, früherer Keeper von Real Madrid, sagte einst: «Barcelona liebt den Ball. Wenn man ihnen den wegnimmt, kann man sie entscheidend ärgern.»

Gefühlte tausend Mal grätschten Terry und Co. Messi im Hinspiel den Ball vom Fuss. 90 Minuten Powergrätschen, dabei stets einen kühlen Kopf bewahren, die Ordnung nicht vergessen und wenn es drauf an kommt, das Siegtor zu schiessen – eine beachtliche Leistung. Nach diesem Fight befindet sich Chelsea mental auf Augenhöhe mit dem Starensemble der spanischen Mittelmeerküste. Was die körperliche Frische angeht, so haben die Londoner die Nase sogar vorne. Interimscoach Roberto di Matteo hatte am Wochenende acht Stammspieler geschont, während Guardiola im Clásico gegen Real Madrid wenig Möglichkeiten blieben, seine Stammkräfte auf der Bank ruhen zu lassen.

Guardiola sucht «Verräter»

Der Chef an der Seitenlinie hat in diesen Tagen mit ungewohnten Schwierigkeiten zu kämpfen. Nach der Niederlage im Clásico äusserte er seinen Unmut gegenüber seinen Spielern. Das Ganze nicht etwa, weil seine Jungs gegen Chelsea und Real den Kürzeren zogen, sondern wegen eines internen Maulwurfs. Fünf Stunden vor dem Clásico machte «Radio Marca» die Startelf der Katalanen publik. Für den 41-jährigen Erfolgstrainer ein Vertrauensbruch. Guardiola ist bekannt dafür, dass er jeden Gegner akribisch studiert und die Aufstellung bis zur letzten Minute geheim hält. Wer der Maulwurf ist und wie Guardiola ihn aufspüren will, ist unklar. Was mit dem Plappermaul passiert, wenn er aufgespürt wird, ebenso.

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