22.10.2020 16:36

Ansu Fati beleidigtBarça klagt Zeitung wegen Rassismus-Eklat an

«Rennt wie die jungen, schwarzen Strassenverkäufer, wenn die Polizei kommt»: Die spanische «ABC» vergreift sich massiv im Ton. Bereits zuvor sorgte ein Konzentrationslager-Vergleich für Empörung.

Wurde Opfer eines rassistischen Vergleichs: Barças Supertalent Ansu Fati.

Wurde Opfer eines rassistischen Vergleichs: Barças Supertalent Ansu Fati.

Foto: Getty Images/David S. Bustamante

Er ist Barças jüngster Torschütze der Vereinsgeschichte. Und jüngster Torschütze der Champions-League-Historie. Und er ist das auch in Spaniens Nationalteam. Ansu Fati ist aktuell die grosse Sensation im Weltfussball, zehn Ligatore hat der junge Mann schon auf seinem Konto, volljährig wird er erst Ende Oktober. Kein Wunder, wird er bereits mit den ganz Grossen seiner Branche verglichen. Nun kam aber ein Vergleich hinzu, der weniger auf sein fussballerisches Talent abzielte – sondern auf seine Hautfarbe.

Im Matchbericht von Barças 5:1-Erfolg im Champions-League-Spiel gegen Ferencvaros schrieb die spanische Zeitung «ABC»: «Ansu rennt wie eine Gazelle, wie ein sehr junger, schwarzer Strassenverkäufer, den man plötzlich durch den Paseo de Gracia (eine Allee in Barcelona, d. Red.) sprinten sieht, weil ein anderer mit dem Coderuf ‹Wasser, Wasser› vor der Polizei warnt.» Der Journalist Salvador Sostres nutzte die Plattform gleich noch, um einen politischen Seitenhieb gegen Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau zu platzieren: «Obwohl, rennen müssen sie nicht mehr, weil für Ada Colau die Polizisten die Kriminellen sind, nicht die Strassenverkäufer.»

Lineker findets «widerlich»

Viral ging der Ausschnitt vor allem, weil Antoine Griezmann nicht lange wartete, um diese Aussage zu verurteilen: «Ansu ist ein aussergewöhnlicher Junge, der ebenso Respekt verdient wie jeder andere Mensch. Nein zum Rassismus und nein zur schlechten Erziehung.» Die englische Fussballlegende Gary Lineker legte nach, nannte den Vergleich «widerlich» und schrieb dazu: «Als wären wir um 50 Jahre zurückversetzt worden.»

Gemäss der spanischen Sportzeitung «Mundo Deportivo» reagiert nun auch der Verein: Barça plane eine Klage gegen Sostres. Dieser sah sich aufgrund der zahlreichen Beschwerden zu einer Entschuldigung gezwungen: «Einige Ausdrücke wurden offenbar rassistisch aufgefasst, was absolut nicht meine Absicht war.»

Bereits vor wenigen Tagen fiel die «ABC» durch eine höchst umstrittene Textpassage auf. In einer Lobeshymne auf Luis Enrique rühmte ein Kolumnist den Nationaltrainer für «seine Anweisungen, wie von einem Wächter eines Konzentrationslagers».

(fas)

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15 Kommentare
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Thema

22.10.2020, 18:48

Was hat das mit Corona zu tun?

Ewige Doppelmoral

22.10.2020, 18:17

Ich hoffe doch, sie trennen dementsprechend auch ihre Zusammenarbeit mit Qatar Airways

Sandro Fessler

22.10.2020, 18:13

Immer das gleiche Thema, aber das grosse Geld in Europa nehmen die Herren trotzdem gerne.