Aktualisiert 19.08.2009 07:20

Wendejahr 1989Barroso würdigt «Paneuropäisches Picknick»

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat zum 20. Jahrestags der kurzzeitigen Öffnung des Eisernen Vorhangs den Mut der Teilnehmer des «Paneuropäischen Picknicks» an der österreichisch-ungarischen Grenze gelobt.

Das friedliche Picknick im ungarischen Sopron habe geholfen, «den Verlauf der europäischen Geschichte zu verändern», erklärte Barroso am Dienstagabend. Es habe hunderte Europäer von beiden Seiten des Eisernen Vorhangs zusammengebracht und zu dessen endgültigem Fall beigetragen. «Damit steht Sopron für den Anfang des Endes der Teilung Europas durch den Kalten Krieg.»

Picknick zur Flucht genutzt

Mehr als 700 Ostdeutsche in Ungarn hatten das grenzüberschreitende Picknick am 19. August 1989 spontan zur Flucht in den Westen genutzt. Das Ereignis gilt als einer der wichtigsten Auslöser für die massenhafte Ausreise von DDR-Bürgern, was weniger als drei Monate später zum Fall der Berliner Mauer führte.

Der «Durchbruch von Sopron» habe Millionen Bürgern «Hoffnung auf ein geeintes und freies Europa gegeben - ein Traum, der schliesslich Wirklichkeit wurde, als 10 Länder Mittel- und Osteuropas 2004 und 2007 der Europäischen Union beitraten», erklärte Barroso. Das «Paneuropäische Picknick» stehe für «die Kraft des Geistes und den Mut einzelner, die auf Worte Taten folgen lassen».

In Ungarn wird an diesem Mittwoch der 20. Jahrestag der kurzzeitigen Öffnung des Eisernen Vorhangs gefeiert. An der Gedenkveranstaltung in Sopron an der Grenze zu Österreich nehmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ungarische Präsident Laszlo Solyom teil.

(sda)

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