Tierpark Goldau: Bartgeier-Paar brütet ein Gips-Ei aus, um bereit für eine Adoption zu sein
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Tierpark GoldauBartgeier-Paar brütet ein Gips-Ei aus, um bereit für eine Adoption zu sein

Gleich, nachdem ein Bartgeierküken im Tierpark Goldau geschlüpft war, ist es gestorben. Nun bebrüten die Bartgeier Mascha und Hans ein Ei aus Gips. So könnte das Elternglück doch noch klappen.

von
Cheyenne Wyss

Die Bartgeiereltern Masha und Hans bebrüteten ihr Ei während 51 Tage lang, bis das Küken schlüpfte. Das Jungtier verstarb aber schon eine halbe Stunde nach seiner Geburt.

Tierpark Goldau

Darum gehts

  • Ein frisch geschlüpftes Bartgeierküken ist im Tierpark Goldau gestorben.

  • Die Bartgeiereltern Masha und Hans bebrüten nun ein Gipsei.

  • Beim Tierpark hofft man, dass in einem anderen Zoo Europas in den nächsten zwei Wochen zwei Bartgeierküken schlüpfen. Eines davon könnte dann dem Bartgeierpaar in Goldau zur Aufzucht gegeben werden.

Kurz, nachdem es am letzten Freitag geschlüpft war, ist ein Bartgeier-Küken im Tierpark Goldau gestorben. Das schreibt der Tierpark auf seinem Insta-Kanal. Obwohl bereits im Vorjahr ein Küken starb, sagt Tierpark-Tierarzt Martin Wehrle: «Dass ein Küken gleich nach dem Schlüpfen stirbt, ist eher selten der Fall.» Das tote Küken wurde von einem der beiden Bartgeier gefressen. Dies sei bei Bartgeiern üblich, erklärt der Tierarzt. «Sie sind Aasfresser und was tot ist, ist Aas.»

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Das Bartgeierpaar Masha und Hans im Tierpark Goldau.

Das Bartgeierpaar Masha und Hans im Tierpark Goldau.

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Ihr Küken ist am Freitag kurz nach der Geburt gestorben. Nun bebrüten Masha und Hans ein Ei aus Gips. 

Ihr Küken ist am Freitag kurz nach der Geburt gestorben. Nun bebrüten Masha und Hans ein Ei aus Gips.

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«Dies, damit sie für eine Adoption zur Verfügung stehen würden», schreibt der Tierpark. 

«Dies, damit sie für eine Adoption zur Verfügung stehen würden», schreibt der Tierpark.

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Statt ihres echten Eis bebrütet das Bartgeierpaar Masha und Hans nun ein Ei aus Gips aus. «Dies, damit sie für eine Adoption zur Verfügung stehen würden», schreibt der Tierpark. Denn die Tierpark-Verantwortlichen hoffen, dass ein Bartgeierpaar irgend eines anderen Zoos Europas zwei Eier ausbrütet. In der Regel legen Bartgeierpaare nämlich einmal im Jahr ein oder zwei Eier. Bei zwei Küken überlebt immer nur das Stärkere. So könnte das zweite chancenlose Küken Masha und Hans zur Aufzucht übergeben werden. Ein solches Küken müsste laut Wehrle aber schnell gefunden werden. Denn Masha und Hans haben bis letzten Freitag bereits insgesamt 51 Tage ihr eigenes Ei bebrütet. Normalerweise brütet ein Bartgeierpaar aber nur 50 bis 54 Tage lang. «Wir können Masha und Hans noch ungefähr zwei Wochen mit dem Gipsei hinhalten, dann werden sie finden: ‹Es reicht› und sie werden das Gipsei aus dem Nest werfen.»

«Ist ein Ei im Horst, wird es bebrütet»

Doch wenn ein Küken gefunden wird, ist «die Chance, dass das Bartgeierpaar ein fremdes Küken aufnimmt, gross», sagt Wehrle weiter. Masha und Hans haben nämlich schon mehr als einmal ein fremdes Küken angenommen. «Aber die Chance, dass wir ein Küken kriegen, ist klein.» Es gebe derzeit sehr wenig Flüge, ein Bartgeierküken aus Europa müsste man jedoch mit dem Flugzeug transportieren, weil es schnell gehen müsse, so Wehrle.

Dass es sich beim Ei im Horst nun um ein Gipsei handelt, bemerkten die Bartgeiereltern nicht. «Sobald ein Ei im Horst ist, wird dieses bebrütet. Wichtig war nur, dass das Gipsei unmittelbar ins Nest gelegt wurde.»

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