Basel: Bedingte Gefängnisstrafen für Hooligans
Aktualisiert

Basel: Bedingte Gefängnisstrafen für Hooligans

In einem Hooligan-Prozess hat das Basler Strafgericht sieben Männer verurteilt. Sie müssen sich unter anderem wegen Landfriedensbruch verantworten.

Die sieben Männer waren an einer Schlägerei nach dem Fussball- Cupfinal am Ostermontag 2004 beteiligt. Dabei gingen in zwei Angriffswellen je eine Gruppe von Basler und Zürcher Hooligans aufeinander los. Die Polizei, die von Anfang an präsent war, trennte die Kontrahenten unter Einsatz von Pfefferspray.

Alle sieben Angeklagten, sechs Basler und ein Zürcher, wurden am Mittwoch des Landfriedensbruchs schuldig gesprochen. Einer der Basler Hooligans wurde zusätzlich wegen Aufforderung zu Gewalttätigkeiten verurteilt. Er hatte mit einer Winkbewegung das Zeichen zum Angriff gegeben.

Er war es auch gewesen, der vor dem Match die Polizei der beiden Basler Halbkantone gefragt hatte, wo sich die «Bande Basel» und die «Hardturmfront Zürich» nach dem Spiel zu einer Schlägerei treffen könnten. Ihn hat das Gericht zu drei Monaten Gefängnis bedingt verurteilt.

Stadionverbote

Drei weitere Basler erhielten 14 Tage Gefängnis bedingt. Ein Basler, der nur kurz während des ersten Angriffs dabei gewesen war, kam mit einer Busse von 500 Franken davon. Der einzige angeklagte Zürcher wurde zu 45 Tagen Gefängnis bedingt verurteilt.

Einzelne der Angeklagten waren einschlägig vorbestraft und schon früher mit Stadionverbot belegt. Nach dem Vorfall vom Ostermontag 2004 bekamen alle ein Stadionverbot. Als einziger der sieben hatte der Zürcher tatsächlich den Match besucht. Die Basler seien nur gekommen, um sich mit den Zürchern zu schlagen, was das Gericht als belastend beurteilte.

Nebendelikte

Acht Monate Gefängnis bedingt brummte das Gericht zusätzlich einem der Basler auf, der sich noch wegen anderweitiger Körperverletzung und Sachbeschädigung zu verantworten hatte: Er hatte keine zwei Wochen nach dem Cupfinal nach einem Discobesuch einen Mann zusammengeschlagen.

Ein paar Monate später hatte er zudem in einem Tram eine Zeitung angezündet und damit ein Sitzpolster in Brand gesetzt. Trotz Bedenken gewährte ihm das Gericht den bedingten Vollzug, verlängerte aber die Probezeit auf vier Jahre. (sda)

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