Aktualisiert 16.01.2017 13:12

Geschlechtskrankheiten

Basel bei Ansteckungen nationaler Spitzenreiter

Syphilis, Tripper und Co. sind in Basel auf dem Vormarsch. Bei der Zahl der Neuansteckungen sexuell übertragbarer Krankheiten liegt der Kanton ganz vorne.

von
lha
Das Bundesamt für Gesundheit hat in den letzten Jahren seine Präventionskampagnen auf Geschlechtskrankheiten ausgedehnt.

Das Bundesamt für Gesundheit hat in den letzten Jahren seine Präventionskampagnen auf Geschlechtskrankheiten ausgedehnt.

Keystone/Gaetan Bally

Wie aus den aktuellen Statistiken des Bundesamts für Gesundheit hervorgeht, sind Geschlechtskrankheiten wieder auf dem Vormarsch – besonders in Basel. 2015 wurden in Basel auf 100'000 Einwohner 18 Syphilis-Fälle gemeldet. Damit behauptet die Stadt den Spitzenplatz vor Genf (15,6) und Zürich (14,7). In Bern waren es lediglich 2,9 gemeldete Ansteckungen. «Dass Basel zu den Spitzenreitern gehört, ist relativ neu», sagt Peter Itin, Chefarzt der Dermatologie des Universitätsspitals Basel gegenüber der «Basler Zeitung».

Der Trend hielt offenbar auch letztes Jahr an. Itin spricht von zeitweise mehreren Fällen pro Woche. Die «kleine Epidemie» in Basel könnte auf wenige infizierte Menschen zurückgehen, die sexuell aktiv seien und zahlreiche Partner hätten, vermutet Itin. Eine Quelle könnte auch Prostitution sein. In den meisten Fällen betreffen die Ansteckungen Männer. Syphilis ist seit 2006 wieder meldepflichtig. Die Geschlechtskrankheit kann mit Penicillin behandelt werden.

Spitzenplatz auch bei Tripper und Chlamydien

Die Basler haben auch bei anderen Geschlechtskrankheiten den Spitzenplatz inne. Bei der Gonorrhö, dem Tripper, liefert der Stadtkanton ebenfalls den höchsten Wert an Neuinfektionen (52,6), gefolgt von Zürich (41,2) und Genf (30,1). Das gleiche Bild bei der Chlamydiose (182,3 Neuansteckungen). Bei den HIV-Diagnosen belegt Basel mit 10,4 Fällen pro 100'000 Einwohnern den zweiten Platz. Einen zuverlässigen Schutz vor den meisten sexuell übertragbaren Krankheiten bieten Kondome.

Der Spot zur aktuellen Safe-Sex-Kampagne des Bundesamts für Gesundheit.

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