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Historisches MuseumBasel bekommt ein eigenes «Monkey Island»

Das Historische Museum Basel hat ein Computerspiel entwickelt. Darin schlüpft man in die Rolle eines jungen Arztes, der Basel von der Pest befreien muss.

von
mak

Es ist das Jahr 1610. Konrad steht von den Toren Basels. Der junge Arzt will bei Felix Platter sein Studium beenden. Beim Eintritt durch das Spalentor findet er einen Pestkranken. Erst später realisiert er, dass er mitten in die Basler Pestseuche geraten ist. «Basel 1610» heisst das Serious Game. Der Spieler muss darin in der Rolle des jungen Konrad Rätsel lösen, um die Pest aus Basel zu vertreiben. Das Spiel ist im Point-and-Click-Stil gehalten, so wie zum Beispiel das Adventure-Game «Monkey Island».

Das Historische Museum (HMB) hat «Basel 1610» zusammen mit dem Kunsthistorischen Seminar der Universität Basel entwickelt. «Basel 1610» kann im Historischen Museum oder online gespielt werden. Im Rahmen des Jubiläumsjahres des Basler Merian-Stadtplans wollten die Verantwortlichen das Spiel unbedingt noch in diesem Jahr präsentieren. 1615 widmete Matthäus Merian dem Basler Rat seinen Plan der Stadt Basel. Das 400-jährige Original davon befindet sich heute im HMB.

Erst ein Prototyp

«Basel 1610 sollte eigentlich als 3-D-Spiel entstehen, in dem man durch Basel im 17. Jahrhundert laufen kann», sagt Barbara Schellewald, Professorin am Kunsthistorischen Seminar. Die Umsetzung wäre aber zu teuer gewesen. Entstanden ist ein einfach gehaltenes Spiel, das als Prototyp funktioniert. «Im Moment gibt es zwei Points of Interest, die bespielt werden können. Das Spalentor und das Haus von Felix Platter», sagt Daniele Turini, Leiter eCulture im HMB.

Es seien aber bereits weitere vier Handlungsorte ausgearbeitet. «Die Geschichte geht dann zum Beispiel auf dem Marktplatz oder bei der Universität Basel weiter.» Im Moment fehle aber das Geld, um das Spiel komplett zu realisieren. «Basel 1610 wird aber auf jeden Fall fertiggestellt, die Frage ist nur wann», so Turini.

Fokus auf digitale Medien

Das Serious Game – also ein Spiel, das auch Bildung vermittelt – möchte den Stadtplan und die Geschichte Basels neu aufleben lassen. «Merians Stadtplan wird damit bespielt und nicht erklärt», sagt Gudrun Piller, interimistische Direktorin des HMB. Mit dem Game habe man auch die Absicht, jüngeren Generationen die Geschichte Basels näherzubringen.

«Das Spiel birgt viel Potenzial, um in Schulprojekte eingebunden zu werden», so Turini. Es sei ein Meilenstein für das Historische Museum, das in den vergangenen Jahren den Fokus kontinuierlich darauf gelegt hatte, auch digital zu vermitteln. «Wir sind auf einem guten Weg. Und jenachdem, wie das Spiel ankommt, kann die Geschichte auch noch weitergeführt und mehr Handlungsorte dazugefügt werden.»

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