18.01.2019 12:17

Kleinsthäuser

Basel bekommt eine Tiny-House-Siedlung

Die trendigen Mini-Häuser sollen bald auch Rheinknie stehen.

von
Daniela Gschweng
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Kleinsthäuser, die sogenannten Tiny Houses (dt. winzige Häuser), sind bereits seit einigen Jahren vermehrt im Trend.

Kleinsthäuser, die sogenannten Tiny Houses (dt. winzige Häuser), sind bereits seit einigen Jahren vermehrt im Trend.

Unsplash
Gerade in den USA sind die kleinen Häuser, die häufig auch auf Anhängern stehen und so ...

Gerade in den USA sind die kleinen Häuser, die häufig auch auf Anhängern stehen und so ...

nickelstar / CC BY 2.0
... problemlos den Platz wechseln können, sehr beliebt.

... problemlos den Platz wechseln können, sehr beliebt.

Nicolás Boullosa / CC BY 2.0

Vor vielen Jahren schaffte es das erste Tiny House ins Fernsehen – als Behausung des immer gutgelaunten Alleserklärers Peter Lustig. Was damals als skurril galt, ist inzwischen ein weltweiter Trend geworden, der Mobilität mit Genügsamkeit und Nachhaltigkeit verbindet. Bald soll es die Minihäuser auch in Basel geben. Kurz vor Weihnachten beschloss der grosse Rat des Kantons Basel-Stadt, nach einem geeigneten Standort für Tiny Houses zu suchen.

Kleinsthäuser gegen den Haustrend

Was das Basler Parlament mit grosser Mehrheit annahm, war lange Zeit als Wohngelegenheit für Abgehängte und Randgruppen verpönt. Die moderne Tiny-House-Bewegung begann ausgerechnet in den USA. Noch vor 15 Jahren galt dort: Wer in einem Trailerpark wohnte, galt als finanziell und meist auch sozial unten angekommen. Die Finanzkrise änderte das. Es begann ein Gegentrend zur «McMansion», der die Kleinstwohnungen aus der Schmuddelecke holte.

Die meist zwischen 15 und 50 Quadratmeter grossen Minihäuser, wie sie heute gebaut werden, sind raffiniert eingerichtet, sie schonen die Umwelt und je nach Bauweise auch das Portemonnaie. Für die von Wohnungsknappheit geplagten Ballungsräume ist die Beschränkung des seit Jahrzehnten steigenden Wohnraumbedarfs eine positive Entwicklung. Ob in Berlin oder Rotterdam, Städte legen Modellprojekte für Tiny Houses zur Bekämpfung der Wohnungsnot vor. In ländlichen Gegenden werden Tiny House Communitys gegründet, die neben günstigem Wohnen auch Wert auf Gemeinschaft und Nachhaltigkeit legen.

Platzprobleme

Auch in der Schweiz steigt das Interesse. Der Verein Klein Wohn Formen zählte Ende 2018 bereits 500 Mitglieder, berichtet die «bz Basel». Bis zur Ausweisung eines Basler Tiny-House-Parks kann jedoch noch etwas Zeit vergehen. Die basel-städtische Regierung hat dafür zwei Jahre Zeit und freie Flächen sind rar. Einen Hinweis auf den 2014 zwangsweise verkleinerten Wagenplatz auf einem Basler Zwischennutzungsgelände kann man sich da nicht verkneifen.

Zeit genug für die Basler Regierung, ein anderes Hindernis zu behandeln: die Gesetzgeber in vielen Ländern wissen schlicht nicht, wie sie mit Tiny Houses umgehen sollen. Werden sie als Häuser betrachtet, fallen sie unter alle Vorschriften, die auch für die «Grossen» gelten. Haben sie Räder, werden sie unter Umständen behandelt wie Wohnwägen. Wohnen, das kommt dazu, ist nur in dafür ausgewiesenen Gebieten erlaubt, egal worin. Eine Tiny-House-Bewohnerin im Aargau musste ihr Heim auf einem landwirtschaftlichen Gelände deswegen im vergangenen Jahr räumen.

Bewilligungen

Ähnlich würde es ihr zum Beispiel auf einem ungenutzten Industriegelände ergehen. Für Tiny Houses auf Parkhäusern und Dachterrassen bräuchte es eine Sondergenehmigung. In Kleingartensiedlungen gilt die jeweilige Satzung. Wer in der Schweiz ein Tiny House besitzt, hat deshalb oft Schwierigkeiten, einen Standplatz zu finden, sogar im ländlichen Raum.

Im Kanton Basel-Land ist man da schon weiter. Dort plant der der Unternehmer Hans-Jörg Fankhauser eine Tiny-House-Siedlung auf Privatgelände. Die ersten Plätze sind schon reserviert. Eine Bewilligung der Stadt Liestal hatte er im Dezember 2018 jedoch auch noch nicht.

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