Basel deklassiert Thun - Zürichs Vorsprung schmilzt
Aktualisiert

Basel deklassiert Thun - Zürichs Vorsprung schmilzt

Zürichs Reserve auf den FC Basel hat sich am 25. Spieltag der Axpo Super League abermals verringert. Nach dem 0:0 im mässigen Top-Spiel gegen St. Gallen trennen den Meister vor dem Direktduell nur noch fünf Punkte vom erstarkten FCB. 4:1 fertigte die Nummer 2 der Liga den überforderten FC Thun ab.

Dank des Punktgewinns im Hardturm verteidigte St. Gallen den Platz hinter den Spitzenteams. YB näherte sich den viertklassierten Grasshoppers mit dem 1:0 gegen die Zürcher bis auf einen Zähler. Das Highlight der Runde bot Ivan Rakitic: Der 19-jährige unterhielt den FCB-Anhang mit zwei spektakulären Treffern.

Zürichs womöglich folgenschwere Ausfälle

Im intensiven, spielerisch aber schwachen Spitzenspiel musste sich Leader Zürich gegen St. Gallen mit einem torlosen Remis begnügen. Die besten Chancen hatte der Meister dabei in der Anfangsphase. Nach 13 Minuten traf Gökhan Inler aus rund 20 Metern nur den Innenpfosten, und drei Minuten später schoss auch Blerim Dzemaili mittels Freistoss nur an den Pfosten. Diese Aktionen waren Zeugnis der Zürcher Überlegenheit. Doch die Leistungskurve beim Meister ging rasch nach unten. Hinterher mutmasste Coach Lucien Favre, «dass viele Spieler vor allem geistig nicht frisch genug waren.»

Die Schweizer Internationalen (Inler, Margairaz, Dzemaili) hätten beispielsweise seit der Rückkehr aus Florida wegen des Jetlag kaum trainieren können. Den gröbsten geistigen Aussetzer leistete sich Abwehrchef Hannu Tihinen. In der 56. Minute holte er für ein absichtliches Handspiel im gegnerischen Strafraum eine Verwarnung ab, und zwölf Minuten vor dem Ende bekam er dafür die ärgerliche Quittung. Er musste St. Gallens Stürmer Francisco Aguirre foulen und sah deshalb die Gelb-Rote Karte. Tihinen wird damit am Ostermontag gegen den FC Basel fehlen.

Möglicherweise wird dann auch Blerim Dzemaili nicht dabei sein. Der Mittelfeldpuncher erlitt schon vor der Pause eine Zerrung im linken Oberschenkel und musste nach 57 Minuten ausgewechselt werden. Ob der Antreiber im Mittelfeld gegen Basel spielen kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt unsicher. Die personellen Engpässe im Hinblick auf die nächsten Spiele haben im Umfeld des FCZ letztlich für mehr Ärger gesorgt als die zwei verlorenen Punkte. Dabei war aber auch die spielerische Leistung mehr als dürftig. Stellvertretend dafür war die Art, wie fahrlässig der Meister mit der Vielzahl stehender Bälle aus günstiger Position rund um den Strafraum umging. Aus diesen Gelegenheiten ergaben sich für den FCZ kaum Chancen, weil die Bälle fast durchwegs am ersten Gegner abprallten.

St. Gallen war wie schon vor zweieinhalb Wochen im Cup (0:1) zu wenig zielstrebig, um von den Unzulänglichkeiten beim FCZ zu profitieren. Auch die Ostschweizer hatten ihre besten Chancen noch vor der Pause. Die Stürmer Alex (26.) und Francisco Aguirre (35.) brachten nach Kontern den Ball aber aus günstigster Position nicht ins Tor. In der zweiten Halbzeit kamen die St. Galler nicht zu einem einzigen gefährlichen Abschluss. Auch als der Tabellendritte nach dem Ausschluss gegen Tihinen mit einem Spieler mehr auf dem Platz stand, konnte er den FCZ nicht mehr bedrängen. Das war enttäuschend, wenn man bedenkt, dass es wohl St. Gallens letzte Chance war, nochmals ins Titelrennen zurückzukehren. Seit vier Partien ist «Grün-Weiss» nun ohne Sieg.

Basler Formstärke

Mit dem FC Basel ist endgültig wieder auf höchstem Niveau zu rechnen. Die Bebbi überliessen Thun nur die Randnotizen. Für die Schlagzeilen sorgte Christian Gross' Equipe - und allen voran Ivan Rakitic. Der Schweizer U21-Internationale mit kroatischen Wurzeln entzückte die Galerie mit zwei wunderbaren Treffern zum 3:0 und 4:0. Köbi Kuhn wäre gut beraten, Rakitic im nächsten EM-Test gegen Argentinien eine Einsatzmöglichkeit zu bieten.

Im 55-minütigen «Pflichtteil» hatten Smiljanic und der 18-jährige Felipe Caicedo mit zwei Kopfbällen auf 2:0 gestellt. Thun leistete beim neunten Basler Heimsieg der Saison bedenklich wenig Widerstand. Das Glück der Berner Oberländer ist, dass die Verfolger Schaffhausen und Aarau über noch geringere Qualitäten verfügen.

Sion punktet dank Goalie-Fehler

Der FC Sion erreichte gegen den Tabellenletzten aus Aarau nur ein 1:1-Remis. Ein schwerer Fangfehler des erst 15-jährigen Aarau-Ersatzkeepers Sascha Studer ermöglichte den Walliser den Ausgleich.

Der Junior liess einen Flankenball von Alberto Regazzoni aus den Händen gleiten. Saborio verwertete eine Viertelstunde vor Schluss die ihm sich bietende Gelegenheit zum 1:1. Der Tabellenletzte aus Aarau ging nach einem Missverständnis der Walliser durch Goran Antic nach knapp einer Stunde in Führung.

Axpo Super League, 25. Runde, 16 Uhr

Zürich - St. Gallen 0:0

Hardturm. - 11 900 Zuschauer. - SR Busacca.

Zürich: Leoni; Stahel, Tihinen, Von Bergen, Schneider; Abdi, Dzemaili (57. Santos), Inler, Margairaz; Eudis (74. Alphonse), Raffael (79. Lampi).

St. Gallen: Razzetti; Zellweger, Koubsky, Garat (85. Ciccone), Cerrone; Feutchine (46. Mendez), Gelabert, Marazzi; Gjasula (64. Muntwiler); Alex, Aguirre.

Bemerkungen: Zürich ohne Cesar (gesperrt) sowie Rochat und Stanic (beide verletzt), St. Gallen ohne Callà und Di Jorio (beide verletzt). 13. Schuss von Inler an den Innenpfosten. 16. Freistoss von Dzemaili streift den Aussenpfosten. 78. Gelb-Rote Karte gegen Tihinen wegen Foulspiels. Verwarnungen: 1. Dzemaili (Foul). 19. Gjasula (Foul). 52. Marazzi (Foul). 56. Tihinen (Unsportlichkeit/Handspiel).

Sion - Aarau 1:1 (0:0)

Tourbillon. - 11 000 Zuschauer. - SR Rogalla.

Tore: 62. Antic 0:1. 74. Saborio 1:1.

Sion: Vailati; Nwaneri, Chedli, Kali; Alioui (76. Gaspoz), Bühler (66. Mijadinoski); Gelson; Reset (74. Luiz Carlos), Obradovic, Regazzoni; Saborio.

Aarau: Studer; Carreño, Christ, Brabec, Bilibani; Burki; Sermeter, Antic (66. Nagy), Achiou (13. Rogerio), Menezes; Tadewosjan (81. Müller).

Bemerkungen: Sion ohne Di Zenzo, Chihab (beide verletzt), Carlitos, Dabo (beide gesperrt), Aarau ohne Pouga, Mesbah, Colomba, Greco (alle verletzt), Benito (nicht spielberechtigt), Hima (gesperrt). ASL-Debüt des 15-jährigen Aarau-Goalies Studer. Verwarnungen: 13. Sermeter, 36. Nwaneri, 45. Antic, 58. Bilibani (alle Foul).

Basel - Thun 4:1 (1:0)

St.-Jakob-Park. - 20 655 Zuschauer. - SR Studer.

Tore: 12. Smiljanic 1:0. 55. Caicedo 2:0. 62. Rakitic 3:0. 82. Rakitic 4:0. 89. Mäkelä 4:1.

Basel: Costanzo; Zanni, Majstorovic, Smiljanic, Nakata; Ergic; Rakitic, Caicedo (69. Buckley), Chipperfield (79. Burgmeier); Sterjovski, Eduardo (63. Derdiyok).

Thun: Portmann; Gerber, Zahnd, Deumi, Hämmerli; Dosek (83. Scarione), Nyman, Gavatorta (61. Bühler), Aegerter; Rama (74. Mäkelä), Ferreira.

Bemerkungen: Basel ohne Ba, Petric (beide verletzt), Thun ohne Hodzic (verletzt). Verwarnung: 32. Gerber (Foul).

(si)

Torschützenliste (25. Runde):

1. Petric (Basel) 17. 2. Aguirre (St. Gallen) 14. 3. Kuljic 12. 4. Alex (St. Gallen) 11. 5. Raffael (Zürich) 10. 6. Dos Santos (Grasshoppers) 8. 7. Ristic (Grasshoppers), Tchouga (Luzern), Margairaz (Zürich), Häberli (Young Boys/&1) und Hakan Yakin (Young Boys), je 7. 12. Antic (Aarau/&1), Rakitic (Basel/&2) und Saborio , je 6. 15. Chipperfield (Basel), Ergic (Basel), Neri (Schaffhausen) und Cesar (Zürich), je 5.

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