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Vorfinanzierung Basel gibt Gas beim Milliarden-Projekt S-Bahn

Der Kanton Basel-Stadt bekennt sich mit einer Vorfinanzierung zu den unterirdischen Durchmesserlinien, die das trinationale S-Bahn-Netz revolutionieren sollen.

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Der Stadtkanton will das S-Bahn-Projekt «Herzstück» mit einem Darlehen in dreistelliger Millionenhöhe vorfinanzieren. Dieses soll die Basler Bahnhöfe unterirdisch miteinander verbinden und den trinationalen Verkehr massgeblich verbessern. Die Gesamtkosten werden laut Regierungsrat Hans-Peter Wessels auf rund zwei Milliarden Franken geschätzt, die der Bund übernehme. «Mit der Vorfinanzierung wollen wir sicherstellen, dass es rasch kommt», sagt Wessels. Denn die Idee hängt schon seit Jahren in der Pipeline und soll nun definitiv auf den Weg gebracht werden.

«Wir haben ein dichtes Bus- und Tramnetz, aber die S-Bahn weist in Basel eklatante Schwächen auf», so Wessels weiter. Sowohl der Bahnhof SBB als auch der Badische Bahnhof seien für Nahverkehrszüge wie Sackgassen: «Das kostet Gleiskapazität und Zeit.» Stattdessen sollen die Züge durchfahren können, ohne dass man umsteigen muss.

Auch EAP wird eingebunden

Das bereits im vergangenen Jahr bikantonal beschlossene Vorprojekt, für das die beiden Basel 30 Millionen Franken bereitstellen, ist in Arbeit. Wessels hofft, dass ein Vorfinanzierungsvorschlag in einem Jahr auf dem Tisch liegt. Dabei müsse noch abgeklärt werden, in welchen Etappen das Vorhaben in Angriff genommen werde.

Inzwischen ist auch die Streckenführung für das Projekt optimiert worden, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Demnach sind bei der Universität und beim Unispital sowie im Bereich Badischer Bahnhof, Messe und Roche Tiefhaltestellen vorgesehen. In Basel SBB ist zudem ein Tiefbahnhof geplant. Ins S-Bahn-Netz integriert werden soll auch der Flughafen Basel-Mülhausen.

Offene Grenzen für Basel wesentlich

Eine trinationale Bestellerorganisation zu gründen sei harte Arbeit, sagt Wessels. Auf die so angestrebte länderübergreifende Angebotsplanung für eine Million ÖV-Nutzer könne man stolz sein. Angesichts der politischen Diskussionen in Europa mahnte er, offene Grenzen seien für kaum eine andere Stadt so wichtig wie für Basel.

Neben dem Herzstück steht das Ticketing ganz oben auf der trinationalen Wunschliste: Passagiere sollen sich künftig nicht mehr über separate Billette für die drei Länder ärgern müssen, sondern mit einem einzigen Ticket durchfahren können, sagte die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro. Diese war kürzlich noch wegen Zonenplänen für das U-Abo in die Schlagzeilen geraten war. (las/sda)

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