Sparbremse: Basel hat zu viele Kirchen – Umnutzungen werden geprüft
Aktualisiert

SparbremseBasel hat zu viele Kirchen – Umnutzungen werden geprüft

Weniger Geld und Gläubige – Kirchen ziehen die Sparbremse. Was um Himmels Willen sollen sie mit den leeren Gotteshäusern tun?

von
Anna Luethi

Die Martinskirche gehört zum Stadtbild und das Münster erst recht – aber kaum ein Basler hat diese Gebäude je von innen gesehen. «Unsere Kirchen sind für insgesamt 90  000 Menschen gebaut, wir haben jedoch nur noch 30  000 Mitglieder», sagt Heinz-Peter Mooren, Präsident des katholischen Kirchenrats. Letzte Woche diskutierte der Rat über die mögliche Schlies­sung von Gotteshäusern; der Baubeauftragte klappert momentan die Pfarreien ab, um deren Nutzung zu prüfen. Bis 2015 sollen konkrete Beschlüsse gefasst sein. «Verkaufen oder abreissen wäre die Ultima Ratio», so Mooren.

In Basel-Stadt sind 42 Prozent der Bevölkerung keiner Religion zugehörig: Das ist Schweizer Spitze. Auch die Basler Reformierten leiden unter Mitgliederschwund und vermieten deshalb einzelne Kirchen wie das St. Alban-Kirchlein an andere Glaubensgemeinschaften. «Schliessen werden wir aber keine», betont Sprecher Roger Thiriet. Offen sei man für Umnutzungen, wie sie die Offene Kirche Elisabethen seit 15 Jahren erfolgreich praktiziert. Auch der Verkauf von nicht mehr be­nötigten weltlichen Gebäuden sei möglich. «Das Union war früher das Gemeindehaus von St. Matthäus», weiss Thiriet.

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