Aktualisiert 13.09.2010 05:45

Finanzmärkte

«Basel III» soll vor künftigen Krisen schützen

Die Banken müssen ab 2015 unter anderem über 6 Prozent Kernkapital verfügen. Der Basler Ausschuss will die Finanzinstitute so besser für künftige Krisen wappnen.

Als Konsequenz aus der weltweiten Finanzkrise haben sich internationale Finanzwächter am Sonntag auf neue Regeln für Banken geeinigt: Das Kernkapital soll bis 2015 auf sechs (bisher vier Prozent) der risikogewichteten Aktiva steigen. Das harte Kernkapital - also Aktionärskapital und Gewinnrücklagen - soll auf 4,5 von bisher zwei Prozent erhöht werden, wie der Basler Ausschuss am Sonntagabend mitteilte.

Die neuen Mindesthürden für das Eigenkapital werden von 2013 an schrittweise eingeführt, so dass sich die Banken durch Einbehaltung von Gewinnen und Kapitalerhöhungen darauf vorbereiten können. Für Banken, die keine Aktiengesellschaften sind, soll es eine zehnjährige Übergangsfrist geben, in der ihre speziellen Formen von Kapital teilweise anerkannt werden. Staatshilfen sollen bis 2018 Bestandsschutz erhalten.

Mehr Krisenresistenz

Die sogenannten Basel-III-Regeln sollen die Banken für mögliche zukünftige Krisen wappnen. «Die heute erzielten Einigungen bedeuten eine grundlegende Stärkung der globalen Kapitalstandards», sagte der Vorsitzende des Basler Ausschusses, Jean-Claude Trichet, in Basel. «Ihr Beitrag zu langfristiger Finanzstabilität und Wachstum wird substanziell sein. Die Übergangsregeln werden es Banken ermöglichen, die neuen Standards zu erfüllen und zugleich die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen.»

Mit dem Regelwerk zog der Basler Ausschuss für Bankenaufsucht Lehren aus der weltweiten Finanzkrise. Die Beschlüsse des Ausschusses haben den Charakter von Empfehlungen, werden in der Regel jedoch von vielen Ländern umgesetzt. (sda)

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