Öffentlicher Verkehr: Basel investiert in den öffentlichen Verkehr
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Öffentlicher VerkehrBasel investiert in den öffentlichen Verkehr

Das ÖV-Angebot in Basel wird bis 2017 nur in geringem Masse erweitert. Für einen Quantensprung fehlt zurzeit die Infrastruktur.

von
Lukas Hausendorf

Die Basler Regierung legte gestern ihren Entwurf für das ÖV-Programm 2014-2017 vor, das heute in die Vernehmlassung geschickt wird. Investiert wird die nächsten vier Jahre demnach vor allem in die Qualität des Angebots, das aber nur in geringem Masse ausgebaut wird, weil die Infrastruktur an ihre Grenzen kommt.

Die Massnahmen kosten laut Ratschlag insgesamt 183,3 Millionen Franken. Projekte zum Ausbau der Infrastruktur, wie das Tram nach St. Louis oder der Margarethendurchstich, sind aber in der Pipeline. «Mit der Planung legen wir nun einen Zacken zu», so Benno Jurt vom Amt für Mobilität.

Bundesgelder aus dem Agglomerationsprogramm für den Ausbau der Regio-S-Bahn, die im Kernbereich langfristig generell im Viertelstundentakt fahren soll, sind für mehrere Projekte bereits zugesagt. Dazu zählen das Herzstück Basel und der Bahnahnschluss des EuroAirport. Die Umsetzung der dazu nötigen Massnahmen ist aber erst nach 2017 anberaumt. Vorderhand müssen die Vorprojekte dazu noch zum Abschluss gebracht werden.

Zu den wesentlichen Neuerungen des aktuellen Programms gehören unter anderem drei Buskonzepte. Demnach werden die Linien 31 und 38 zwischen Wettstein, Riehen und Bettingen entflochten und die Roche besser bedient. Allschwil wird mit der Linie 48 neu ganztags an den Bahnhof SBB angebunden. Teilweise ausgebaut werden auch die Buslinien 37 und 47 ab Aeschenplatz, womit auch das Gellertquartier besser erschlossen werden soll.

Beim Tram sind die Inbetriebnahme der Verlängerung der Linie 8 nach Weil am Rhein (D) im nächsten Jahr sowie die Erneuerung der Tramflotte der BVB die Meilensteine bis 2017. Erste Schritte zur Verlängerung der Linie 3 nach St. Louis werden aber schon an die Hand genommen. Die Inbetriebnahme der zweiten Grenzüberschreitenden Tramlinie ist für 2018 vorgesehen. Auch die Erschliessung des neuen Stadtgebiets Erlenmatt ist in Planung und soll bis 2019 umgesetzt sein.

Die Regierung rechnet wegen des Angebotsausbaus mit einem steigenden Finanzierungsbedarf in den nächsten Jahren. Aktuell kostet der ÖV die Stadt jährlich rund 81 Millionen. Die steigenden Kosten sollen durch Effiziensteigerungen, aber auch moderaten Tariferhöhungen wettgemacht werden. Auch eine Zonierung des Umweltschutzabos, die jüngst wegen grossem Widerstand verworfen wurde, soll in einigen Jahren wieder zur Debatte stehen. «Damit könnten attraktive Modelle für den grenzüberschreitenden Verkehr geschaffen werden», erklärt Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels.

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