Studie zeigt: Basel ist eine Hochburg der Velodiebe
Aktualisiert

Studie zeigtBasel ist eine Hochburg der Velodiebe

Im Veloklauen sind die Basler top: Dies zeigt eine neue Studie im deutschsprachigen Raum.

von
Anna Lüthi
In Basel gehen viele Velodiebe um. (Bild: Nicolas Y. Aebi)

In Basel gehen viele Velodiebe um. (Bild: Nicolas Y. Aebi)

Den «Göppel» am Barfi abgestellt und ein paar Stunden später ist er weg – solche Szenen erleben täglich viele Basler. Das belegt nun auch eine Studie auf www.geld.de, die den Fahrradklau in den 60 grössten Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz verglich. Diebstahl-Hochburg ist Münster (D), Basel belegt hinter Bern Platz 3. «Es gibt keine Erklärung für das schlechte Abschneiden», sagt Markus Melzl von der Staatsanwaltschaft. Auch die Studie zeigt: Einen Zusammenhang zwischen Armut, Grenznähe oder Studenten und hohen Diebstahlquoten gibt es nicht.

Bei der miserabelsten Aufklärungsquote steht Basel hinter Bern auf Platz 2: Gerade mal in zwei Prozent der Fälle wird der Täter ermittelt. Magdeburg hat hier eine Sonderermittlungsgruppe – und eine Quote von 36 Prozent. «Das ist bei uns kein Thema – wir haben personell nicht die Möglichkeiten», so Melzl.

Gemäss Pro-Velo-Präsident Dominik Lehner ist Velodieb­stahl ein Dauerthema. Doch seien nicht alle Mittel ausgeschöpft, um diesen einzudämmen: «Eigenverantwortung ist eine Sache, aber es braucht auch bessere Veloständer, wo man die Velos dranketten kann, und günstige, überwachte Parkings.» Die Regierung solle sich für Velofahrer einsetzen – und auch die Möglichkeit vereinfachen, geklaute Velos wiederzuerlangen.

Velodiebstahl: Die Schweiz schneidet ganz schlecht ab

Auch in der restlichen Schweiz hat der Velodiebstahl Hochkonjunktur: Bern liegt auf Platz 1, Lausanne auf Platz 12 der Liste der prozentual meisten Velodieb­stähle. Noch bedenklicher ist die Schweizer Aufklärungsquote: In Bern wurden laut Studie gerade mal 1,2 und in Zürich 2,1 Prozent der Diebstähle aufgeklärt. Politiker sehen deshalb Handlungsbedarf: «In der kommenden Dezembersession fordern wir mit einer Motion die Erhöhung der Quote, z. B. mit Hilfe von nationalen Registrierungssystemen», so Jean-François Steiert, SP-Nationalrat und Präsident von Pro Velo Schweiz.

Deine Meinung