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FernduellBasel muss, GC kann und will Meister werden

GC befindet sich acht Runden vor Schluss der Meisterschaft mit dem FCB auf Augenhöhe im Kampf um den Titel. Für die Zürcher sind die Basler dennoch die klaren Favoriten.

von
Eva Tedesco

GC-Captain Vero Salatic und Daniel Pavlovic äussern sich nach dem Derby und zu Titelambitionen. (Video: 20 Minuten)

Der 2:0-Derbysieg über den FC Zürich am Samstagabend war bereits der fünfte GC-Dreier in Folge. Das ist die bisher längste Siegesserie unter Trainer Michael Skibbe. Es war aber auch der 15. Vollerfolg in der laufenden Meisterschaft und bedeutet den Bestwert der Liga. Damit sendet GC zwar deutliche Signale ans Rheinknie aus, kommuniziert wird aber weiterhin defensiv.

«Wir sind froh, dass wir nach dem Derbysieg die Nummer eins in der Stadt sind und dabei belassen wir es erst einmal», sagt Skibbe auf das Fernduell angesprochen. Auch wenn sich GC acht Runden vor Schluss mit den Bebbi auf Augenhöhe befindet und sich im Gegensatz zu den Rotblauen, die auf drei Hochzeiten (Europa League, Cup, Liga) tanzen, nur auf die Meisterschaft konzentrieren kann, verzichtet der Deutsche darauf, das Saisonziel schon zu revidieren.

Basel bleibt für Skibbe Favorit

«Favorit auf den Titel ist für mich nach wie vor der FC Basel, der bisher sehr souverän durch die Saison kommt», so der GC-Trainer psychologisch geschickt. «Wir spielen auf einem ziemlich stabilen Niveau, aber auch im Derby stand das Spiel auf Messers Schneide. Vor allem war ich nicht einverstanden, wie wir nach der 2:0-Führung gespielt haben. » Das Team müsse noch zulegen. Denn schon nächstes Wochenende könnte in Lausanne ein Stolperstein warten, so Skibbe.

Dann vielleicht Captain Vero Salatic? «Es sind noch acht Spiele, in der Tabelle kann noch so viel passieren – nach vorne wie gegen hinten», so Salatic, defensiv wie der Trainer. «Ich weiss nicht, ob die englischen Wochen ein Vorteil oder Nachteil für den FC Basel sind. Wenn wir mit unserem schmalen Kader international spielen würden, wäre das sicher zu wenig, aber sie haben doch ein sehr breites».

Junge, hungrige Spieler vs. grosse Qualität

«Der Derbysieg war wichtig, aber vom Titel reden wir nicht», folgt Daniel Pavlovic den Worten seines Captains. «Aber wir wissen auch, dass es im Fussball schnell gehen kann und versuchen mit jeweils sehr guten Teamleistungen so viele Punkte wie möglich zu machen», so der Linksverteidiger.

Ein letzter Versuch. Shkelzen Gashi, will GC Meister werden? «Wir schauen weiterhin nur von Spiel zu Spiel. Basel hat ein Riesenkader und grosse Qualität, sie werden es auch durchziehen wollen. Aber wir haben junge, hungrige Spieler, ein Kader, dass nach der letzten erfolgreichen Saison zusammengeblieben ist und den Erfolg auch wiederholen will und dafür eigene Interessen hinten anstellt. Wir wollen jede Partie gewinnen, und wenn wir dann am Schluss vorne liegen, nehmen wir das gerne an.»

Yakin auf der Tribüne

Und in der aktuellen Verfassung ist dem hartnäckigsten Widersacher der Basler aus der letzten Saison auch in der laufenden Meisterschaft viel zuzutrauen. Mehr wie in der vergangenen Spielzeit. Der Kern der Mannschaft ist zusammengeblieben, bringt die Erfahrung aus dem letztjährigen Titelrennen mit und wurde zudem geschickt verstärkt: Stark die Bilanz des israelischen Stürmers Munas Dabbur mit 7 Toren in acht Spielen. Grossartig die Auftritte des Brasilianers Caio, der mit seinen Toren 11 und 12 gegen den FCZ nun auch die SL-Torjägerliste anführt, vor Gashi (GC) und Gavranovic (FCZ, je 11).

GC muss nicht Meister werden – aber GC will Meister werden. Das wird auch Murat Yakin registriert haben, der sich vom hartnäckigsten FCB-Verfolger selber ein Bild im Letzigrund gemacht hat. Zum Gipfeltreffen kommt es am 31. Spieltag, genauer am 27. April – just in der Woche nach dem Cupfinal der Basler gegen den FCZ.

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