Atheisten: Basel-Stadt - der gottloseste Kanton

Aktualisiert

AtheistenBasel-Stadt - der gottloseste Kanton

Im Kanton Basel-Stadt leben schweizweit am meisten Konfessionslose. Die Anzahl muslimischer Gläubiger hingegen steigt.

von
Camille Haldner
Die Glocken läuten, aber niemand geht hin: Leerer Münsterplatz in Basel Sonntags um 09.50 Uhr.

Die Glocken läuten, aber niemand geht hin: Leerer Münsterplatz in Basel Sonntags um 09.50 Uhr.

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Menschen in der Schweiz, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, auf über 20 Prozent verdoppelt. Im Kanton Basel-Stadt gaben 2011 sogar 42 Prozent an, keiner ­Religion anzugehören – laut «SonntagsZeitung» Schweizer Rekord. 2012 stieg die Anzahl Konfessionsloser sogar auf 44,7 Prozent an, wie eine Er­hebung des statistischen Amts Basel-Stadt zeigt.

Die höchsten Kirchensteuern

Laut Roger Thiriet, Mediensprecher der Evangelisch-­reformierten Kirche Basel-Stadt, hängt dies unter anderem mit der schweizweit höchsten Kirchensteuer zusammen: «In Basel ist die ­Bereitschaft, aus der Kirche auszutreten, höher als in den anderen Kantonen, wo Kirche und Staat zusammengehören und die Kirchensteuer ein Teil der Steuerrechnung ist.»

Auch Christan Griss, Kirchenratspräsident der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt, bestätigt diesen Eindruck: «Viele Leute denken sich, wieso soll ich für etwas zahlen, womit ich mich gar nicht wirklich verbunden fühle.» Während die Landeskirchen an Bedeutung verlieren, steigt die Anzahl muslimischer Gläubiger hingegen. Auch dort verzeichnet Basel-Stadt mit neun Prozent der Bevölkerung die höchste Zahl.

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