Aktualisiert 11.01.2016 14:41

ClubsterbenBasel-Stadt verlängert mit Club Hinterhof um 5 Jahre

Ende März wäre Schluss gewesen in Basels arriviertestem Nachtlokal. Jetzt kann der Hinterhof doch noch fünf weitere Jahre auf dem Wolf bleiben.

von
lha/jd
Es hat sich noch lange nicht ausgetanzt: Der Hinterhof erhielt in letzter Minute eine fünfjährige Verlängerung seines Mietvertrags.

Es hat sich noch lange nicht ausgetanzt: Der Hinterhof erhielt in letzter Minute eine fünfjährige Verlängerung seines Mietvertrags.

Kein Anbieter/Michael Hochreutener

«Nein, dies ist kein Witz», betont das Hinterhof-Team am Ende eines Posts auf Facebook von Sonntagabend. Wer dort kürzlich gelesen hat, dass der beliebte Basler Club seine Pforten nun doch nicht per Ende März schliessen muss, wäre vielleicht verleitet gewesen, an einen Scherz zu glauben. Der Hinterhof schliesst aber nicht. Vergangene Woche konnten sich die Clubbetreiber mit der Liegenschaftseigentümerin Immobilien Basel-Stadt, die das kantonale Finanzvermögen verwaltet, über eine Verlängerung des Mietverhältnisses bis 2021 einigen.

Immobilien Basel-Stadt bestätigte dies in einer Medienmitteilung am frühen Montagmorgen. Begründet wird die Verlängerung darin damit, dass sich die vorgesehene definitive Arealnutzung für den öffentlichen Verkehr «als nicht so dringend herausgestellt» habe.

60 Mitarbeiter

«In unseren kühnsten Träumen konnten wir uns das nicht vorstellen», freut sich Betreiber Philippe Hersberger. Seit dem Herbst wissen die Organisatoren von der Option, auf dem Areal bleiben zu können. Erst vergangenen Donnerstag folgte die Vertragsunterzeichnung – die Freude über die Verlängerung erreichte am Sonntagabend ihren Höhepunkt: Am Weihnachtsfest wurde die Katze aus dem Sack gelassen und die gesamte Crew darüber informiert.

Der Hinterhof begann vor sechs Jahren neben dem Friedhof Wolfgottesacker an der Münchensteinerstrasse als Zwischennutzung. «Wir haben uns in den Standort verliebt », schwärmt Hersberger. Der Mietvertrag wurde seither stets verlängert, allerdings jeweils nur auf kurze Frist. Er betont: «Erneut einen Einjahresvertrag wären wir nicht mehr eingegangen.» Schliesslich würden mittlerweile 60 Mitarbeiter für den Hinterhof arbeiten. Stets kurzfristig planen zu müssen, sei eine riesige organisatorische Aufgabe, die das Team bis anhin stemmen musste.

Überregionale Relevanz

Der Club mauserte sich mit einem ehrgeizigen Programm aber innert kürzester Zeit zu einer der ersten Adressen im Basler Nachtleben mit überregionaler Relevanz. Am Osterwochenende werde noch einmal ordentlich auf den Putz gehauen und das sechsjährige Jubiläum zelebriert. Dann werden die Türen vorerst für eine Sommerpause geschlossen, um mit neuer Energie im Herbst erneut durchzustarten. Die Abendsonne auf der Dachterrasse kann bereits im Sommer wieder genossen werden. Nach ihrer Instandsetzung («Die gute Dame braucht ein Facelifting») öffnet sie bereits in den Sonnenmonaten.

Vom – aus heutiger Sicht – vermeintlichen Aus des Clubs erfuhr Hinterhof-Geschäftsführer Philippe Hersberger im Februar letzten Jahres aus der Zeitung. Zugleich wurde auch bekannt, dass auch der Nordstern, einer der bekanntesten Techno-Clubs der Schweiz, wegen eines auslaufenden Zwischennutzungsvertrags mit den Industriellen Werken Basel schliessen muss. Das Basler Clubsterben führte auch zu politischen Vorstössen im Grossen Rat. Die breit geführte Debatte um das Basler Clubsterben scheint nun Wirkung zu zeigen. Zuletzt machten Gerüchte die Runde, der Nordstern werde eine neue Heimat im Schiff finden, das seit kurzem leer steht.

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