Aktualisiert 20.10.2006 09:07

Basel startet nur mit Remis

Dem FC Basel misslang ein erster Schritt aus seiner sportlichen Krise. Das 1:1 gegen ein bescheidenes Feyenoord Rotterdam im nur zur Hälfte besetzten St. Jakob-Park zum Start in die Gruppenspiele des UEFA-Cups muss als erneuter Dämpfer für den FCB gewertet werden.

Mit seiner ersten Ballberührung riss Eduardo den langweiligen Match nach einer Stunde aus der Tristesse. Der erstmals seit Anfang August wieder fitte Brasilianer reagierte nach einem Freistoss, den Mladen Petric wuchtig aufs Tor getreten hatte und den Torhüter Timmer nur zur Seite ablenken konnte, am schnellsten und erlöste den FCB mit dem Führungstreffer in der 60. Minute. Die Freude währte aber nur eine Viertelstunde. Da hob der generell ungenügende Reto Zanni, an dem Trainer Christian Gross hartnäckig und unverständlich festhält, eine Abseitsposition auf. Der eingewechselte Belgier Stein Huysegems stand plötzlich ganz allein vor Franco Costanzo, konnte den argentinische Torhüter umdribbeln und ungehindert zum Ausgleich einschieben. Im Schlussspurt im harten Match mit einem ungenügenden Schiedsrichter vermochte auch Mladen Petric mit einem scharf getreten Freistoss nicht mehr den Siegestreffer zu erzielen.

Es war biedere Kost, die sich die beiden völlig verunsicherten Mannschaften den lediglich 15 428 Zuschauern trotz der Wiedereröffnung der Muttenzer Kurve, die mit Gittern und Fangnetz vom Spielfeld getrennt war, boten. Es fehlten Tempo, Präzision und Kreativität. Feyenoord war ein Schatten früherer Tage und präsentierte sich ebenso unsicher und ohne Selbstvertrauen wie der in der nationalen Meisterschaft gedemütigte FCB. Diesem ermangelte es wohl nicht an Willen, Einsatz und Kampfgeist, sondern schlicht an Klasse, vor allem an Kreativität, Durchsetzungsvermögen und Effizienz im Abschluss. Zwar besass Basel mehr Spielanteile und verzeichnete ein Chancenplus und haderte mit einem nicht geahndeten Penalty (Petric war gehalten worden). Doch Punch und Aggressivität von einst vermisste man generell. Das war nicht der FCB früherer Tage.

Kuzmanovic ins Spital eingeliefert

Böse endete das UEFA-Cup-Spiel für den U21-Internationalen Zdravko Kuzmanovic. Der 19-jährige Mittelfeldspieler wurde nach einem rüden und völlig unverständlicherweise ungeahndeten Foul eines Holländers mit Verdacht auf eine Wadenbeinfraktur ins Basler Bruderholz-Spital eingeliefert.

Uefa-Cup, Gruppe E, 1. Spieltag

Basel - Feyenoord 1:1 (0:0)

St.-Jakob-Park. - 15 428 Zuschauer. - SR McDonald (Scho).

Tore: 60. Eduardo 1:0. 76. Huysegems 1:1.

Basel: Costanzo; Zanni, Majstorovic, Nakata, Chipperfeld; Kuzmanovic (82. Cristiano), Ba, Ergic, Buckley (77. Berner); Sterjovski (59. Eduardo), Petric.

Feyenoord Rotterdam: Timmer; Tiendalli, Saidi, Bahia, Léonard; Greene; Buijs, De Guzman, Pardo (72. Huysegems); Boussaboon, Charisteas.

Bemerkungen: Basel ohne Smiljanic, Carignano und Dzombic (alle verletzt) und Caicedo (keine Spielbewilligung). Feyenoord ohne Castelen und Collen (beide verletzt), Hofs und Lucius (geschont, muskuläre Probleme). 82. Kuzmanovic mit Wadenbeinverletzung ausgeschieden. Verwarnungen: 12. Léonard, 56. Bahia, 73. Ba, 91. Greene (alle Foul). (si)

Trainerstimmen zu Basel - Feyenoord Christian Gross (Basel): «Ich sah ein gutes, aber kein perfektes Spiel. Pro Halbzeit wünschten wir uns je ein Tor. Nach dem Führungstreffer haben wir uns zurückgezogen. Das war ein Fehler, der fatal bestraft wurde. Der unglückliche Gegentreffer entstand nicht aus Abseitsposition, wie ich zunächst vermutete. Uns fehlte die Durchschlagskraft zum angestrebten Erfolg. Petric war sehr, sehr aktiv. Jetzt müssen wir halt auswärts einen Exploit landen, um die Gruppenphase zu überstehen.»

Trainerstimmen zu Basel - Feyenoord Christian Gross (Basel): «Ich sah ein gutes, aber kein perfektes Spiel. Pro Halbzeit wünschten wir uns je ein Tor. Nach dem Führungstreffer haben wir uns zurückgezogen. Das war ein Fehler, der fatal bestraft wurde. Der unglückliche Gegentreffer entstand nicht aus Abseitsposition, wie ich zunächst vermutete. Uns fehlte die Durchschlagskraft zum angestrebten Erfolg. Petric war sehr, sehr aktiv. Jetzt müssen wir halt auswärts einen Exploit landen, um die Gruppenphase zu überstehen.»

Erwin Koeman (Feyenoord): «Wir sind mit dem Unentschieden zufrieden und haben unser Ziel erreicht. Ein Kompliment meiner Mannschaft, die nach dem Rückstand ins Spiel zurückgefunden hat. In der ersten Halbzeit vergab Charisteas eine Riesenchance. Mühe hatten wir in der Startviertelstunde. Danach waren wir ebenbürtig.»

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