Tourismusrekord: Basel Tourismus buhlt um deutsche Kunstliebhaber
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TourismusrekordBasel Tourismus buhlt um deutsche Kunstliebhaber

Zum zehnten Mal in Folge vermeldet Basel Tourismus einen Übernachtungsrekord. Das Geschäft mit den Deutschen harzt aber, sagt Tourismusdirektor Daniel Egloff.

von
lha
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Der Basler Tourismusdirektor Daniel Egloff hat gut lachen. Seit 2001 kümmert er sich um die Geschicke des Fremdenverkehrs in Basel und darf sich seither über einen anhaltenden Boom der Gästezahlen freuen.

Der Basler Tourismusdirektor Daniel Egloff hat gut lachen. Seit 2001 kümmert er sich um die Geschicke des Fremdenverkehrs in Basel und darf sich seither über einen anhaltenden Boom der Gästezahlen freuen.

20 Minuten/lha
Waren 2001 knapp über 600'000 Touristen in Basel zu Gast, sind  es 2016 schon über 1,2 Millionen.

Waren 2001 knapp über 600'000 Touristen in Basel zu Gast, sind es 2016 schon über 1,2 Millionen.

Basel Tourismus
Mit Easyjet setzte der Boom ein: Der Preiszerfall für europäische Kurzstreckenflüge und das Wachstum der Billigfluglinie am Euroairport verfielfachte die Zahl der Städtereisenden.

Mit Easyjet setzte der Boom ein: Der Preiszerfall für europäische Kurzstreckenflüge und das Wachstum der Billigfluglinie am Euroairport verfielfachte die Zahl der Städtereisenden.

Keystone/Georgios Kefalas

Die Basler Tourismusindustrie floriert. Vergangenes Jahr wurden 1'201'796 Logiernächte gezählt – das sind 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die zehnte Bestmarke in Folge kam trotz der Aufhebung des Euro-Mindestkurses vor einem Jahr zustande. Dennoch: Nicht überall zeigt der Trend nach oben.

Herr Egloff, es reisen immer weniger Deutsche nach Basel. Das ist aber ihr grösster Auslandmarkt. Wie wollen Sie die Deutschen zurückgewinnen?

Wir haben im vergangenen Jahr einmal mehr feststellen dürfen, dass attraktive Events wie «Lion King» oder die Gauguin-Ausstellung auch bei den Deutschen enorm ziehen. Entsprechend ist unser Gästerückgang viel kleiner als im Durchschnitt der Schweiz, die ebenfalls unter dem schwachen Euro litt. Wir werden in Deutschland zukünftig noch gezielter unsere Highlights im Bereich Kultur kommunizieren, 2016 beispielsweise mit der Eröffnung des Kunstmuseums.

Bis im Frühjahr 2017 werden drei neue Hotels mit insgesamt 394 Betten eröffnen. Wächst der Tourismus in Basel so stark, dass es das braucht?

Reisen ist grundsätzlich ein Bedürfnis. Und es ist ein wachsender Markt. Gerade Städtereisen ziehen weiter an, der Trend geht hin zu Kurztrips. Wir sind eine attraktive Destination. Daher glaube ich, die Hotelkapazitäten werden ausgelastet. Dass das Bettenangebot innert eines Jahres gerade um zehn Prozent steigt ist vielleicht etwas viel. Die Nachfrage wird nicht so schnell wachsen. Wir gehen für 2016 von einem Wachstum von rund zwei Prozent aus. Kurzfristig wird in der Basler Hotellerie der Preisdruck steigen und die Zimmerauslastung sinken.

Es hat aber auch ein Hotel dichtgemacht. Das Hilton wird gerade abgerissen. Jetzt hat es nur noch zwei Fünfsterne-Häuser, reicht das?

Die Schliessung des Hilton nützte sicher den anderen. Aber der Platz für ein drittes ist auf jeden Fall da. In zwei Jahren steht der Ersatz fürs Hilton auch schon wieder. Wobei man sehen muss, dass die Sterne-Fixierung der Gäste auch nicht mehr so ausgeprägt ist wie früher.

Das Airbnb-Angebot ist in Basel auch massiv gewachsen. Da gab es auch kritische Stimmen in der Hotellerie.

Airbnb hat sicher einen Effekt auf die Hotellerie. Allerdings würde ich sagen, dass das Wachstum in den letzten Jahren einfach stark genug war, dass es für beide nach oben ging. Ich glaube aber, dass es in der Hotellerie ohne die Konkurrenz von Airbnb noch ein viel grösseres Plus gegeben hätte.

Wie viele Airbnb-Gäste in Basel absteigen weiss man nicht. Es gab Bestrebungen, diese zu erfassen. Wie weit ist man damit?

Es gibt Bestrebungen, in den kommenden 12 bis 18 Monaten das Gasttaxen-Gesetz zu ändern. Allerdings möchten wir auch das Mobility-Ticket aufwerten und so einen Anreiz schaffen, dass auch Airbnb-Anbieter partizipieren und Gasttaxen entrichten.

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