Aktualisiert 30.10.2016 17:06

Swiss IndoorsBasel träumt vom Aufstieg

Die Swiss Indoors sind eine Erfolgsgeschichte. Im Zuge möglicher Reformen auf der ATP-Tour könnten sie ab 2019 von einer Aufwertung profitieren.

von
Kai Müller
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Sonntag, 30. OktoberMarin Cilic gewinnt die Swiss Indoors in Basel.

Sonntag, 30. OktoberMarin Cilic gewinnt die Swiss Indoors in Basel.

Keystone/Georgios Kefalas
Der Kroate bezwingt den Japaner Kei Nishikori im Final 6:1, 7:6.

Der Kroate bezwingt den Japaner Kei Nishikori im Final 6:1, 7:6.

AFP/Fabrice Coffrini
Samstag, 29. OktoberMarin Cilic spielt in Basel um den Titel. Der Kroate zieht dank dem 4:6, 7:5, 6:3-Sieg gegen Mischa Zverev in den Final ein.

Samstag, 29. OktoberMarin Cilic spielt in Basel um den Titel. Der Kroate zieht dank dem 4:6, 7:5, 6:3-Sieg gegen Mischa Zverev in den Final ein.

AFP/Fabrice Coffrini

Roger Brennwald darf zufrieden sein. Seine Swiss Indoors hatten im Vorfeld einige Rückschläge in Form von gewichtigen Absagen (Federer, Nadal, Kyrgios) zu verkraften, am Ende der Turnierwoche kann sich die Bilanz dennoch sehen lassen. «Nach allen Turbulenzen bin ich äusserst glücklich, dass Basel mit einer solchen Finalaffiche im Scheinwerferlicht erscheint», sagt der Chef an der traditionellen Sonntagspressekonferenz, bevor Kei Nishikori und Marin Cilic den Titel ausspielen – jene beiden, die sich 2014 in New York um die US-Open-Trophäe duellierten (Cilic siegte damals).

Dass mit Federer und Nadal zwei lebende Legenden auf die Teilnahme verzichten mussten, schlug sich unmerklich auf die Zuschauerzahlen nieder. Rund 71'000 kamen, das sind nur ein paar Hundert weniger als im Vorjahr, als Federer und Nadal im Final standen und der Basler seinen langjährigen Rivalen in die Schranken wies. Für Brennwald ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Swiss Indoors «in der Region als Event verankert sind – ein Event, der sich grosser Beliebtheit erfreut».

Über 30 Stunden auf SRF

Was dem Veranstalter in die Hände gespielt hat, waren die vielen umkämpften Partien, in denen sich Aussenseiter auflehnten und die Favoriten teils zu Fall brachten. «Das ist das, was die Zuschauer sehen wollen. Wir hatten so viele packende Spiele wie noch nie», resümiert Brennwald. Kein zu vernachlässigender Nebeneffekt der oft langen Partien: Das SRF übertrug während über 30 Stunden live vom Rheinknie – ebenfalls ein Bestwert in der Turnierhistorie.

So schön die Gegenwart aussieht, auf Brennwald und sein Team warten in Zukunft einige Herausforderungen. Da ist einerseits der Umbau der St.-Jakobshalle, der bereits heuer logistische Kreativität erforderte, 2018 abgeschlossen sein soll und den Veranstalter zu einer markanten Anpassung des Konzepts zwingt. Die Hoffnung des 70-Jährigen ist, dass die Swiss Indoors den vergrösserten und renovierten Tempel dereinst einweihen dürfen, zwischen 10'000 und 11'000 Tennisbegeisterte sollen ab dann Platz finden.

Wird Basel zum 750er-Turnier?

Einschneidendere Konsequenzen könnten indes Reformen bedeuten, die die ATP-Tour 2018 möglicherweise beschliesst und die im Folgejahr in Kraft treten würden, weshalb der Kalender für 2019 noch kaum Konturen hat. Diskutiert werden nicht nur neue Spielformate und ob die World Tour Finals von London in eine andere Stadt, vielleicht gar auf einen anderen Kontinent vergeben werden, sondern auch die gängigen Turnierkategorien (1000, 500, 250).

Diesbezüglich sieht Brennwald gar eine Chance darin, dass Basels Vertrag, der den 500er-Status garantiert, mit der ATP übernächstes Jahr ausläuft. Er kann sich gut vorstellen, dass die 500er-Events künftig in zwei Kategorien unterteilt werden, wovon sich die eine «den 1000ern annähert», zum Beispiel mit 750er-Status. «Ich gehe davon aus, dass bis Wimbledon 2017 eine grobe Idee auf dem Tisch liegt», sagt Brennwald.

Die Unterschiede auf der 500er-Stufe sind derzeit frappant. Mehrere Turniere hatten in diesem Jahr keinen Top-Ten-Spieler am Start, während in Basel auch nach den Rückzügen drei übrig blieben (Wawrinka, Raonic, Nishikori). Brennwald sieht seinen mit einem Budget von 18 Millionen Franken teuersten Schweizer Sportanlass in der Pole-Position für eine allfällige Aufwertung, zusammen mit Dubai, Peking und Rotterdam.

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