Christian Fassnacht: «Basel war nach so vielen Titeln nicht so hungrig»
Aktualisiert

Christian Fassnacht«Basel war nach so vielen Titeln nicht so hungrig»

Grundsätzlich liegt kein Alkohol drin. Doch nach dem Einzug in den Cupfinal gönnt YB-Trainer Adi Hütter seinen Spielern ein Gläschen.

von
E. Tedesco
Bern

Das sagen Adi Hütter und die YB-Spieler nach dem Sieg im Cup-Halbfinal gegen den FCB und den Einzug in den Final 2018. (Video: 20 Minuten)

Er klingt nach Spassbremse. Trotzdem sagt YB-Trainer Adi Hütter: «Grundsätzlich liegt kein Alkohol drin. Aber die Spieler wissen schon, was zu tun ist. Sie werden in der Champions Lounge mit ihren Familien ein wenig feiern, aber morgen Vormittag ist wieder Training und da werden wir uns sehr konzentriert auf das Spiel in Lugano vorbereiten.»

«Ich freue mich sehr, aber es ist noch nichts erreicht», so der Österreicher nach dem 2:0-Sieg im Halbfinal gegen den FCB. Erstmals seit 2009 stehen die Berner wieder in einem Cupfinal. Aber die gelbschwarze Vergangenheit lehrt einen YB-Trainer wohl, auf dem Boden zu bleiben. Cool, sehr cool nahm der Österreicher die Gratulationen entgegen und lobte den «taktischen hervorragenden» Auftritt seiner Mannschaft. Das Kräftemessen mit dem für Hütter «immer noch besten Team der Schweiz, weil sie achtmal in Serie Meister geworden sind», zeige ihm, dass YB auf dem richtigen Weg sei. «Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, sind wir schwer zu schlagen.»

YB war «giftig»

Gegen den FCB hat YB seine Aufgaben hervorragend erledigt. Nach dem Sieg ging im Kabinengang die Post ab. Verteidiger Nuhu brüllte, dass den TV-Leuten fast die Ohrstöpsel aus den Ohren sprangen. Kevin Mbabu tanzte, Assalé sang «Finale olé» und Captain Steve von Bergen, sonst eher einer mit dem Fuss auf der Euphoriebremse, war ungewohnt locker drauf. «Zu wissen, dass man einen Final spielen wird, ist überragend», strahlte der Neuenburger.

«In einem Final zu stehen, ist überragend»

YB-Captain Steve von Bergen und Routinier Marco Wölfli zum Einzug in den Cupfinal. (Video: 20 Minuten)

YB-Captain Steve von Bergen und Routinier Marco Wölfli zum Einzug in den Cupfinal. (Video: 20 Minuten)

«Vielleicht war Basel nach so vielen Titel nicht so hungrig», sagte Christian Fassnacht. «Wir wollen die Titel und geben alles dafür. Wir waren mental extrem gut eingestellt und ich glaube, man hat auch von Aussen gesehen, dass wir sehr giftig waren.» Am Ende verlieh der Glaube in die eigene Stärke YB Flügel. Die Vergangenheit, in der man grosse Spiele stets verlor – veryoungboyste – ist Makulatur.

Den grössten Brocken aus dem Weg geräumt

«Ich habe schon viele schöne und emotionale Sachen erlebt, aber das Schönste wäre, etwas zu gewinnen. Das war ein Schritt in den Cupfinal einzuziehen, aber den letzten müssen wir am 27. Mai machen – im Final.» Den grössten «Brocken» haben die Berner mit dem Titelverteidiger gleich selbst eliminiert und gegen welchen Zürcher Club man im Endspiel treffen wird, ist den Bernern egal. Kann es auch sein, denn wer so unwiderstehlich mit so viel Selbstvertrauen antritt, kann getrost jeden Gegner nehmen, der kommt.

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