FCB gegen Porto: Basel will mutig spielen und Risiken eingehen
Aktualisiert

FCB gegen PortoBasel will mutig spielen und Risiken eingehen

FCB-Trainer Paulo Sousa favorisiert den FC Porto, sagt aber, dass seine Mannschaft «das Heft in die Hand nehmen will.»

von
Eva Tedesco
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Dienstag, 10. März 2015
Dienstag, 10. März 2015

Der FC Basel verliert das Rückspiel gegen Porto gleich 0:4. Brahimi knallt den Ball zum 1:0 über die Mauer ins Tor. Vaclik bleibt stehen. Er sieht den Ball wohl nicht.

AFP/Miguel Riopa
Basel kämpft, hat jedoch mit dem starken Pressing und den schnellen Angreifern immer wieder Mühe.

Basel kämpft, hat jedoch mit dem starken Pressing und den schnellen Angreifern immer wieder Mühe.

Keystone/Georgios Kefalas
Gegen Ende der ersten Halbzeit kommt Basel zu ersten Chancen.

Gegen Ende der ersten Halbzeit kommt Basel zu ersten Chancen.

Keystone/Georgios Kefalas

In der wortreichen Ausführung des Portugiesen fällt der Satz «das Heft in die Hand nehmen» mehrfach. Fünf, sechs, sieben Mal zählt der hervorragende Übersetzter an der offiziellen Medienkonferenz am Dienstagabend in Basel. Und trotzdem ist für Sousa der Zweite der Primeira Liga Favorit im Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch im St. Jakob-Park. «Es gibt keinen Favoriten auf diesem Niveau. Die Basler haben grosse Qualitäten, sonst wären sie nicht im Achtelfinal», kontert Porto-Coach Julen Lopetegui.

Auf diese Qualitäten und vor allem auf die internationale Erfahrung seiner Mannschaft setzt Sousa. In seiner Taktik baut der Portugiese allerdings nicht auf ein zwei Spiele, sondern will jedes Spiel gewinnen. «Wir wollen uns nicht ängstlich verhalten, sondern mutig spielen. Unsere offensive Spielweise birgt Risiken, aber wir stehen im Achtelfinal, weil wir eben auch Risiken auf uns genommen haben», so der Portugiese. Zur Umschreibung der Strategie wählte der rotblaue Chef einen philosophischen Ansatz: «Die Strasse zum Sieg führt nicht über die Angst, Gegentore zu bekommen, sondern über den Mut, selber Tore zu schiessen.»

Kein klingender Name

Wenn das nur gut geht. Die Bilanz der Basler gegen lusitanische Teams: In zehn Duellen stehen zwei Siege und drei Remis fünf Niederlagen gegenüber. Und obwohl Porto nicht den klingenden Namen eines Topklubs hat, ist das Team doch mit Stars wie Brahimi, Martinez und Quaresma gespickt.

Und der neben Benfica renommierteste Verein Portugals hat in den letzten Spielen Fahrt aufgenommen. 5:0, 2:0, 1:0 – mit drei Siegen in Serie reagierte das Team auf die dritte Saisonniederlage und die Befürchtungen, der Erzrivale aus Lissabon könnte abermals vorzeitig entrücken.

«Das Heft in die Hand nehmen» will deshalb auch Lopetegui. «Und bei mir sind das keine Phrasen. Wir wollen wirklich so spielen. Aber wir wissen, dass wir im Hin- und im Rückspiel alles geben müssen, um weiterzukommen.» Über Paulo Sousa sagt der Baske nur lobende Worte. «Ich habe eine hohe Meinung von ihm. Er hat hervorragende Arbeit geleistet. Mit welchem Team in der Primeira Liga man den FC Basel am ehesten vergleichen könnte, wurde der Porto-Coach gefragt? «Solche Vergleiche liegen mir nicht – wir reden von viel Qualität, sonst wären sie nicht im Achtelfinal.»

Speziell oder speziell?

Speziell wird die erste internationale Begegnung der Basler im 2015 für Trainer Sousa, weil der FCB-Trainer auf ein Team aus seiner portugiesischen Heimat trifft. Oder nicht? Auf englisch spielt Sousa diese besondere Konstellation herunter und sagt: «Speziell ist für mich, auf diesem Niveau in der Champions League dabei zu sein». Auf portugiesisch klang die Antwort aber so: «Es ist sehr speziell für mich. Ich bin mit Portugal immer noch sehr verbunden. Leider ist ein Klub aus meiner Heimat mein Gegner und nur darauf konzentriere ich mich.»

Nach 2012 steht der FCB wieder unter den besten 16 Team der Champions League und kann wie schon so oft in der jüngeren Vergangenheit Geschichte schreiben. Noch kein Schweizer Klub hat den Einzug in einen Viertelfinal in der Champions League geschafft.

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