Baselland: Baselbiet erhält 6 Mio extra und spart weiter
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BasellandBaselbiet erhält 6 Mio extra und spart weiter

Die Baselbieter Kantonalbank hat gut gewirtschaftet. So bekommt der Kanton mehr Geld. Pikant: Noch vor einem Tag wurden ÖV-Abbau-Massnahmen beschlossen.

von
mak
Die Basellandschaftliche Kantonalbank hat ein gutes Ergebnis erzielt. Das freut den Kanton, der sechs Millionen mehr bekommt.

Die Basellandschaftliche Kantonalbank hat ein gutes Ergebnis erzielt. Das freut den Kanton, der sechs Millionen mehr bekommt.

Keystone/Dominik Pluess

Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) hat im vergangenen Jahr trotz tiefer Zinsen zulegen können. Der Jahresgewinn stieg um 12,6 Prozent auf 130,4 Mio. Franken.

Die Bank sei richtig unterwegs und gut positioniert, sagte BLBK-Chef Beat Oberlin. Auf den Wegfall des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 habe die Bank mit den richtigen Entscheiden reagieren können. Der Eigenkapitaldeckungsgrad liegt bei 211 Prozent. Das Eigenkapital wurde um 136 Mio. Fr. aufgestockt.

Profiteur des guten Ergebnisses ist der Kanton Baselland, der mit einer höheren Ausschüttung rechnen darf. Diese wird um fast 6 Mio. Franken auf 59,9 Mio. Franken angehoben.

Verärgerte Gemeinden

Erst am Donnerstag beschloss der Landrat im Rahmen der kantonalen Sparübungen Leistungen im öffentlichen Verkehr abzubauen. «Die Regierung hätte ein Jahr warten können, zumindest bis der Leistungsvertrag für den öffentlichen Verkehr neu verhandelt wird», sagt Dieter Forter, Gemeindepräsident von Läufelfingen. Bis dann könnten zusätzliche Einnahmen, wie jene der BLKB, die Ausgangslage verändern.

«Ein Grundangebot des ÖV im Stundentakt muss möglich sein», sagt Forter. «So schneidet man uns den Ast zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten ab.» In dieselbe Kerbe schlägt auch Andrea Kaufmann, Gemeindepräsidentin von Waldenburg: «Wir sind auf den ÖV angewiesen, aber das scheint den Unterbaselbieter nicht zu interessieren.»

BLKB rechnet mit weniger Gewinn

Ob der zusätzliche Ertrag für das Baselbiet durch seine Kantonalbank von Dauer ist, ist fraglich. Für 2016 geht die Bank von einem Ergebnis leicht unter dem Vorjahr aus. Das schwierige Umfeld etwa mit Turbulenzen an Finanzmärkten oder den Problemen in der EU bleibe laut Oberlin bestehen. Beim Zinsengeschäft hätten 2015 zudem viele positive Sonderfaktoren gespielt, sodass es «unmöglich» sei, das gute Ergebnis im laufenden Jahr zu wiederholen.

20 Mio. Franken will die BLKB im laufenden Jahr in die digitale Weiterentwicklung investieren. Geplant seien auch Kooperationen mit Jungunternehmen. «Es wird an einer umfassenden digitalen Strategie gearbeitet», so Oberlin. (mak/sda)

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