Aktualisiert 26.06.2017 10:10

Vereinbarung

Baselbiet zahlt künftig weniger an die Uni Basel

Die Universität Basel soll mit tieferen Trägerbeiträgen aus Basel-Stadt und Baselland auskommen: Die beiden Regierungen wollen das Globalbudget senken.

Die finanziellen Rahmenbedingungen für die Uni Basel sind geregelt.

Die finanziellen Rahmenbedingungen für die Uni Basel sind geregelt.

Keystone

Die Regierung des klammen Baselbiets, das mehr Studierende an der gemeinsamen Uni stellt als der Stadtkanton, hatte vor zwei Jahren angekündigt, ab 2018 der Hochschule 25 Millionen Franken weniger zahlen zu wollen. Dies hatte im Stadtkanton Proteste ausgelöst; zudem wurde ein Leistungs- und Qualitätsabbau mit Konsequenzen befürchtet.

Das aktuelle Träger-Globalbudget der Uni Basel beläuft sich auf 329,5 Millionen Franken, woran Baselland 169 und Basel-Stadt 160,5 Mio. Fr. beisteuern. In der nächsten Leistungsperiode soll es bis 2019 leicht auf 335,5 Millionen steigen und dann per 2021 auf 319,5 Mio. Fr. sinken, wie die Regierungen am Montag mitteilten.

Keine Schwächung

Diese Reduktion der Kantonsbeiträge um zehn Millionen unter dem Strich soll die Leistungsfähigkeit der gemeinsamen Hochschule nicht strukturell schwächen. Mit Mitteln von Bund, anderen Kantonen und Dritten hantiert die Uni mit einem mehr als doppelt so grossen Gesamtbudget: 2016 hatte sie einen Aufwand von 753 Millionen Franken ausgewiesen – und ein Minus von 0,6 Millionen Franken.

Die Trägerbeiträge der beiden Basel an die gemeinsame Uni sollen sich gemäss dem Verhandlungsergebnis nach einer komplizierten Berechnungsweise unterschiedlich entwickeln: 2019 soll Baselland 170,6 Millionen und Basel Stadt 164,9 Millionen zahlen. 2021 sollen es dann von Baselland 162,7 und von Basel-Stadt 156,8 Millionen sein. Dies bedeutet gegenüber heute eine Entlastung per 2021 für Baselland um 6,3 Millionen und für Basel-Stadt einer um 3,7 Millionen Franken

Uni muss sparen

Die Universität muss 2020 selber 20,4 Millionen sparen, 2021 dann 23,4 Millionen, was in die Trägerbeiträge eingerechnet ist. Nicht einbezogen sind hingegen der laufende Uni-Deal, mit dem Basel-Stadt dem Baselbiet bis 2019 jährlich 20 Millionen Franken extra zahlt, sowie eine Mietzinsreduktion des Stadtkantons an die Uni.

In der kommenden Leistungsperiode soll auch ein neues langfristiges Finanzierungsmodell für die Uni Basel erarbeitet werden. Dieses soll «dynamischen Charakter aufweisen» sowie auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der beiden Träger und Standortvorteile berücksichtigen, wie es weiter hiess.

Das Präsidium des Universitätsrates soll per 2020 an Baselland übergehen. Heute sitzt der frühere baselstädtische Finanzdirektor Ulrich Vischer dem Gremium vor.

Neuer Kulturvertrag

An der Uni Basel waren im vergangenen Herbstsemester von den insgesamt 12'852 Studierenden 17,8 Prozent aus Basel-Stadt; aus dem Baselbiet waren es 20,3 Prozent. 38,2 Prozent kamen aus anderen Kantonen und 23,7 Prozent aus dem Ausland.

Zusammen mit den Uni-Trägerbeiträgen haben die beiden Regierungen auch Eckwerte für einen neuen Kulturvertrag ausgehandelt. Dabei soll ab 2021 der Stadtkanton 5,1 Millionen mehr Kosten übernehmen, um Baselland um diese Summe zu entlasten. Mitte 2018 sollen Landrat und Grosser Rat einen neuen Kulturvertrag vorgelegt bekommen.

(SDA)

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