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Baselbieter Kantonsbibliothek eingeweiht

Die Baselbieter Kantonsbibliothek mit ihrer auffälligen Dachlaterne verhilft dem Kantonshauptort Liestal zu einem neuen Wahrzeichen.

Der am Freitag eingeweihte Neubau wird von der alten Holzstruktur einer ehemaligen Weinhandlung getragen.

Die neue Kantonsbibliothek mit der ursrpünglichen markanten Dachform liegt direkt beim Bahnhof Liestal und sorgt auch bei den Durchreisenden für Aufsehen. Entworfen wurde die Bibliothek von den Brugger Architekten Liechti Graf Zumsteg, die 1999 einen vom Kanton Baselland ausgeschriebenen Wettbewerb für das 18-Millionen-Projekt gewonnen hatten.

Die Architekten wurden an der Einweihung der bereits am 1. Juni in Betrieb genommenen Bibliothek für die gelungene Kombination von Alt und Neu gelobt. «Die Leute werden nicht nur wegen den Büchern in die Kantonsbibliothek kommen, sondern auch wegen des einmalig schönen Gebäudes», sagte die Baselbieter Baudirektorin Elsbeth Schneider.

Erste Urinseparierung der Schweiz

Für Aufmerksamkeit sorgt die Bibliothek in Liestal nicht nur mit ihrer Architektur, sondern auch in gebäudetechnischer Hinsicht: Als erstes kantonales Gebäude entspricht sie dem Minergie-Standard, und als erstes Gebäude der Schweiz vefügt sie über NoMix-WCs für eine vollständige Urinseparierung.

Bei der Urinseparierung handelt es sich um ein Pilotprojekt, das vom Kanton Baselland gemeinsam mit der ETH durchgeführt wird. Ziel ist es, das Abwasser und die Umwelt von problematischen Stoffen zu verschonen, indem Urin gar nicht erst ins Abwasser gelangt.

Durch die getrennte Sammlung können Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor aus dem Urin zurückgewonnen und als Dünger verwendet werden. Die Rückstände von Medikamenten und Hormonpräparaten können dagegen eliminiert werden.

Alles unter einem Dach

Mit dem auffälligen Haus beim Liestaler Bahnhof verfügt die Baselbieter Kantonsbiblithek erstmals in ihrer bald 170-jährigen Geschichte über ein eigenes Gebäude. Bisher waren die Bestände auf verschiedene Liegenschaften verteilt.

Als zweite der Schweiz verwendet die Baselbieter Bibliothek die RFID-Technologie, bei der jedes Leihstück mit einem Chip versehen wird. Dank diesem können die Benutzer die Ausleihformalitäten an einem Terminal selbst erledigen. Bücher und Medien sind so auch vor Diebstahl geschützt und können an einem Automaten auch ausserhalb der Öffnungszeiten zurückgegeben werden.

Die Baselbieter Kantonsbibliothek mit 15 000 Benutzerinnen und Benutzern verfügt derzeit über rund 80 000 Bücher und Medien. Die Kapazitäten am neuen Standort werden laut Kantonsbibliothekar Gerhard Matter erst zu 70 Prozent ausgenützt. Bücher und Medien werden neu nach Themenkreisen präsentiert.

(sda)

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