Amokläufe: Baselland will die Prävention verbessern
Aktualisiert

AmokläufeBaselland will die Prävention verbessern

Ein Amoklauf ist oft erst der letzte tragische Akt eines langen Dramas. Der Kanton Baselland will nun die Amok-Prävention verbessern, um Täter frühzeitig zu stoppen.

von
Lukas Hausendorf
Einsatz im Fall Kneubühl. (Foto: Keystone)

Einsatz im Fall Kneubühl. (Foto: Keystone)

Der Fall des Bieler Rentners ­Peter-Hans Kneubühl zeigte: Die Behörden hätten schon früher alarmiert sein müssen. Denn vor seiner Amok-Tat war er seit Jahren bei verschiedenen Verwaltungsstellen als renitent aktenkundig gewesen. Die Polizei wusste aber nichts davon. «Eine Amok-Tat geschieht nie aus heiterem ­Himmel», sagt der Liestaler Psychologe und Amok-Experte Dieter Bongers. Er fordert daher eine bessere Vernetzung der Amtsstellen untereinander, wie er gestern an einer Präventionsveranstaltung der Baselbieter Sicherheitsdirektion vor Vertretern von Gemeinden und Sozialbehörden darlegte.

Die Gefahr einer Schreckenstat ist ständig vorhanden. «Drohungen kommen immer wieder vor, insbesondere bei den Sozialhilfebehörden», weiss der Reinacher Gemeindeverwalter Thomas Sauter. Der Kanton will sich des Themas nun aktiv annehmen und setzt auf Früherkennung. Ein neuer Leitfaden, den Bongers erarbeitete, soll dem Ver­waltungspersonal helfen, die Gefährlichkeit solcher Drohungen einzustufen und die richtigen Massnahmen zu ­treffen. Damit soll vermieden werden, dass es wie in Biel zur Eskalation kommt. «Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie, umso wichtiger ist der Fokus auf die Früherkennung», betont Sicherheits­direktorin Sabine Pegoraro.

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