Champions League: Basels Anrennen brutal bestraft
Aktualisiert

Champions LeagueBasels Anrennen brutal bestraft

Basel ist der Start in die Champions League gründlich missraten. Bereits nach einer Viertelstunde lag der Schweizermeister gegen Cluj 0:2 zurück. Die monotonen Angriffsbemühungen brachten nur noch den Anschlusstreffer.

von
Patrick Toggweiler
Cluj

Basel hatte sich für dieses Spiel viel vorgenommen – wirkte selbstbewusst – man wollte nicht einfach nur «mitspielen» in der Champions League. Und so ging der Schweizermeister zu Beginn auch zu Werk. In der zweiten Minute stand Valentin Stocker nur knapp im Offside, wenig später rettete Cluj-Hüter Nuno Claro gerade noch vor dem heranstürmenden Alex Frei. Vielleicht übertrieb man es ein wenig mit der Machtdemonstration. Vielleicht ging man etwas zu motiviert in diese Partie. 9. Minute: Völlig alleinstehend köpft Ionut Rada auf eine Ecke wuchtig zum 1:0 für die Gastgeber ein. Drei Minuten später, Basel war bereits wieder vor das gegnerische Tor gestürmt, ein schneller Konter. Inkoom scheint zur Stelle, aber statt den Ball resolut ins Aus zu spielen, gesteht er einen Flankenball zu. Wieder steht einer frei, diesmal ist es 2,03-Meter-Mann Traoré. Das 2:0 nur noch Formsache.

Cluj konterte, Basel verbiss sich

In der Folge entwickelte sich das klassische Katz-und-Maus-Spiel zwischen einer offensiven (Basel) und einer defensiven (Cluj) Mannschaft. Die Rumänen, im Spielaufbau zu wenig versiert und bereits nach 20 Minuten nur noch auf Konter ausgerichtet, liessen Basel anrennen. Der Schweizermeister, bei dem sich Alex Frei oft hinter die Spitzen zurückfallen liess, kombinierte sich scheinbar ohne Schwierigkeiten immer wieder vor den gegnerischen Strafraum. Endstation bedeutete jeweils der vielzitierte letzte Pass. Zu wenig Präzision oder technische Mängel verhinderten diverse Torchancen. Erst in der 36. Minute zum ersten Mal Alarm im Strafraum von Cluj: Huggels Kopfball aber mit zu wenig Druck. Bezeichnenderweise fiel der Basler Anschlusstreffer nach einem stehenden Ball. Stocker genoss wie zuvor die Rumänen alle Freiheiten und köpfte praktisch mit dem Pausenpfiff zum 1:2 ein.

Mangelware Torchancen

Die Spielanlage änderte sich auch nach der Pause nicht. Cluj kam zwar etwas wacher aus der Kabine, nach einem groben Patzer von Nuno Claro war es aber Frei, der in der 58. Minute zu einer ersten Grosschance kam. Diverse zurückgeeilte Verteidiger verhinderten jedoch, dass der Basler Captain den Ball am bereits geschlagenen Torhüter ins Tor schlenzen konnte. Die Szene stand sinnbildlich für die Partie – Basel einen Tick zu wenig präzis, Cluj mit disziplinierter Defensive, die auch im weiteren Spielverlauf wenig Chancen zu liess.

Cluj gefährlicher

Der rumänische Meister hingegen kam einige Male gefährlich vor das Basler Tor, liess aber die Kaltschnäuzigkeit aus dem ersten Durchgang vermissen. Vor allem Lacina Traoré stellte sich wiederholt reichlich ungeschickt an. Seiner Unschlüssigkeit war es zu verdanken, dass Cluj die Führung nicht weiter ausbaute. In der 79. Minute wurde er dann auch vom Platz genommen.

Basel erarbeitete sich in der zweiten Halbzeit nur gerade vier Szenen: Alex Freis geblockter Schlenzer, einen sehenswerten Seitfallzieher von Shaqiri, eine Kopfballchance durch Chipperfield und eine scharfe Hereingabe bei der Streller um Sekundenbruchteile zu spät kam. Zu dicht standen die Rumänen – zu wenig inspiriert waren Basels Angriffsbemühungen. Auch in den Schlussminuten in denen Basel den Druck nochmals erhöhen konnte.

Druck, den Basel nun in der Champions League selber spürt. Der Schweizermeister startet erneut mit einer (vermeidbaren) Niederlage und benötig nun dringend Punkte. Der nächste Gegner wird Basel das Leben aber nicht einfacher machen. In zwei Wochen spielt der Schweizermeister zuhause gegen Bayern München.

CFR Cluj - FC Basel 2:1 (2:1)

Constantin Radulescu. - 12 000 Zuschauer. - SR Kelly (Irl).

Tore: 9. Rada (Corner Culio) 1:0. 12. Traoré (Culio) 2:0. 45. Stocker (Corner Frei) 2:1.

Cluj: Nuno Claro; Panin, Cadu, Alcantara, Rada; Hora (54. Koné), Muresan, Dica, Culio; Bastos (54. De Zerbi); Traoré (79. Sforzini).

Basel: Costanzo; Inkoom, Abraham, Cagdas, Safari (73. Tembo); Shaqiri, Huggel, Yapi, Stocker (73. Chipperfield); Frei, Streller.

Bemerkungen: Cluj ohne Yssuf Koné und Bjelanovic (beide verletzt). Basel ohne Zoua (verletzt). - Verwarnungen: 25. Panin (Foul). 55. Streller (Foul). 91. Rada (Unsportlichkeit).

Deine Meinung