Aktualisiert 17.04.2014 12:55

Neue FührungenBasels verborgene Gärten erkunden

Die kantonale Denkmalpflege bietet erstmals Führungen durch die historischen und teils verborgenen Gartenanlagen der Stadt an.

von
mj
Die erste Führung von «Gartenträume-Gartenräume», findet am 24. April statt und thematisiert den Park des Berowerguts (Bild) und den Sarasinpark.

Die erste Führung von «Gartenträume-Gartenräume», findet am 24. April statt und thematisiert den Park des Berowerguts (Bild) und den Sarasinpark.

Von April bis September können unter fachkundiger Leitung von Mitarbeitenden der Denkmalpflege unter anderem teilweise verborgene Gartenanlage entdeckt werden. «Die Abendführungen Gartenträume-Gartenräume wird auf die kulturhistorische und die aktuelle Bedeutung historischer Gartenanlagen in Basel und Riehen hinweisen», erklärt Daniel Schneller, Leiter der kantonalen Denkmalpflege.

Bei den Führungen kommen auch Fragen der Gartendenkmalpflege zur Sprache: «Im Spannungsfeld zwischen historischer Gestaltung und heutigen Ansprüchen an einen Park oder Garten gilt es, sinnvolle Lösungen zu finden», so Schneller.

Wandel in der Natur

Garten- und Parkanlagen seien im dicht bebauten Kanton

Basel-Stadt eine Rarität. Möglicherweise werde ihre Bedeutung auch für das Gesicht der Stadt unterschätzt. Denn ganz gleichgültig ob privater Hausgarten, herrschaftliche Gartenanlage oder öffentlicher Grünraum – «viele dieser Anlagen sind sorgfältig und bewusst gestaltet», so der Denkmalpfleger.

Die in Basel und Riehen erhaltenen historischen Gärten

herrschaftlicher Wohnsitze wurden meist im 18. Jahrhundert nach den strengen Regeln barocker Gartenkunst

angelegt und ab 1800 im romantischen Stil englischer Landschaftsgärten umgestaltet. «Der Wandel in der

gestalteten Natur ging einher mit einem veränderten

Bewusstsein gegenüber der Natur», so Basels oberster Denkmalpfleger.

Zerstreuung und Erholung suchen

Galt es im Barock noch, die Natur zu zähmen und in ein vom Menschen geschaffenes, ordnendes System zu überführen,

suchte man später in der Nachfolge Rousseaus in der

Ursprünglichkeit und Wildheit der Natur eine durch die

Zivilisation verlorene Unschuld und Reinheit.

«Gerade das Bürgertum des Industriezeitalters entwickelte

eine grosse Sehnsucht nach unverdorbener Landschaft

und schuf um die monumentalen Villenbauten abwechslungsreiche Parkanlagen, in denen man Zerstreuung und Erholung suchen konnte», weiss Schneller.

Führungen bis im September

Mit dem Führungszyklus wird die kulturhistorische und gegenwärtige Bedeutung dieser Gartenanlagen thematisiert. Dabei müsse bedacht werden, dass auch die Gartenkunst eine wichtige Quelle der Basler Kulturgeschichte ist und sorgfältige Pflege verdient. «Erst wer ihre Geheimnisse zu entschlüsseln vermag, kann auch ihre Qualitäten erkennen und schätzen lernen», so der Denkmalpfleger.

Am 24. April findet die erste Führung unter dem Motto «Vom Privatgarten zum öffentlichen Park» im Sarasinpark und im Park des Berowerguts in Riehen statt. Die Rundgänge werden bis am 18. September jeweils Donnerstags von 18 bis 19 Uhr durchgeführt.

Weitere Infos unter: www.basel.ch/news

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