Jahrhundertcoup: Baselworld-Juwelendieb steht vor Gericht
Aktualisiert

JahrhundertcoupBaselworld-Juwelendieb steht vor Gericht

Eine Diebesbande erbeutete an der Baselworld Juwelen und Diamanten im Wert von 8,5 Millionen Franken. Der Drahtzieher muss sich nun vor dem Basler Strafgericht verantworten.

von
Lukas Hausendorf

Auf das Konto der Pink Panther sollen weltweit mehrere Hundert Einbrüche gehen. Das Diebesgut soll mindestens 400 Millionen Franken betragen. Das Netzwerk der Meisterdiebe aus dem Balkan geht dabei stets hoch professionell vor. Auch der Diamantendiebstahl an der Baselworld im Jahr 2011, bei dem vier Klunker im Wert von 8,3 Millionen Franken aus einer Vitrine gestohlen wurden, sollen auf Konto der weltweit erfolgreichsten Juwelendiebe gehen.

Der mutmassliche Drahtzieher des Coups, ein 38-jähriger Montenegriner, ging im Frühling letzten Jahres in Ungarn den Fahndern von Interpol ins Netz. Am Montag muss er sich nun vor dem Basler Strafgericht verantworten. Ihm wird noch ein zweiter Diebstahl an der Baselworld im Jahr 2010 zur Last gelegt, bei dem er mit zwei Komplizen Schmuck im Wert von mehreren hunderttausend Franken gestohlen hatte.

Akribisch, professionell und effizient

Das Vorgehen der Diebe war stets dasselbe. Die Komplizen verwickelten die Angestellten des Messestands laut Anklageschrift«geschickt in ein Gespräch» und schirmten die Vitrine ab, während der Angeklagte die Vitrine «in Sekundenbruchteilen» öffnete und den Schmuck entwendete. Im Vorfeld hatte er diese mit seinen Komplizen bereits präpariert, indem sich die Bande bei den Aufbauarbeiten mit Ausstellerbadges Zutritt zur Messe verschaffen konnte. Die Bande muss bestens vernetzt gewesen sein.

Juwelenraub in Cannes

Mit der Beute verschwanden sie in beiden Fällen unbehelligt von der Messe. Die Komplizen konnten grösstenteils nicht identifiziert werden und sind noch flüchtig. Von der Beute fehlt jede Spur. Anwalt bestreitet einen Zusammenhang seines Mandanten mit den Pink Panther.

Umschleifen, einschmelzen, verkaufen

Die Beute dürfte nie mehr gefunden werden. Zumal gerade Diamanten in ihrer ursprünglichen Form unverkäuflich sind. Die Identität jedes grösseren Steins lässt sich exakt bestimmen, weil alle Merkmale wie Fluoreszenz, Gewicht und Schliff lückenlos dokumentiert sind. Meistens werden gestohlene Steine neu geschliffen oder in mehrere zerkleinert, auch wenn sie dabei an Wert verlieren, sagte Daniel Nyfeler, Direktor des Gübelin Gem Lab, nach dem Coup gegenüber 20 Minuten.

Goldschmuck wird dagegen oft eingeschmolzen, damit die Herkunft nicht mehr geklärt werden kann. Über ihr weitverzweigtes Netzwerk könnten die Pink Panther die Beute dann verkauft haben.

Der Trailer zur aufsehenerregenden Dokumentation «Meisterdiebe im Diamantenfieber» des deutschen Senders SWR, in dem Insider über die Pink Panther auspacken.

(Quelle: youtube.com/swr)

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