Übernahme: BASF kontrolliert 69 Prozent an Ciba
Aktualisiert

ÜbernahmeBASF kontrolliert 69 Prozent an Ciba

Der deutsche Chemieriese BASF hat seine Ziele beim Kauf des Basler Spezialchemiekonzerns Ciba offenbar erreicht. Nach dem Ende der Frist für das Übernahmeangebot kontrolliert BASF 69,4 Prozent an Ciba.

Bis zum Ablauf der Angebotsfrist am Vortag seien 45 030 453 Ciba- Aktien angedient worden, teilte BASF am Mittwoch als provisorisches Zwischenergebnis mit. Mit den Ciba-Aktien, die BASF bereits vor dem Kaufangebot hielt, besitze der deutsche Konzern nun 66,665 Prozent des Aktienkapitals und der Stimmrechte der Ciba.

Inklusive der von Ciba selbst gehalteten Aktien würde die Beteiligung 69,382 Prozent betragen, hiess es weiter. BASF hatte bei Lancierung des Übernahmeangebotes zur Bedingung gemacht, bis zum Ablauf der - allenfalls verlängerten - Angebotsfrist in den Besitz von mindestens 66,67 Prozent der ausgegebenen Ciba-Aktien zu kommen.

Die Bedingung schloss die von BASF bereits gehaltenen Aktien ein, jedoch nicht Cibas Eigenbestand. Ob das Angebot zustande gekommen ist, muss BASF erst am nächsten Montag bekannt geben, wenn das definitive Endergebnis vorliegt. Danach kann eine Nachfrist zur Annahme des Kaufangebotes beginnen, die bis zum 14. November läuft.

Kaufpreis von 6,1 Mrd. Franken

BASF hatte Mitte September die Übernahme von Ciba angekündigt. Der deutsche Konzern bietet 50 Fr. pro Aktie. Insgesamt will BASF damit für das Basler Unternehmen 6,1 Mrd. Fr. bezahlen.

Gegen das Angebot hatte sich die spanische Beteiligungsgesellschaft Bestinver gewehrt, die die Offerte als zu niedrig betrachtete. Bestinver hält gemäss früheren Angaben 12 Prozent an Ciba. BASF-Chef Jürgen Hambrecht hatte indes betont, dass es das «beste und letzte Angebot» der BASF für Ciba sei.

Der Ciba-Verwaltungsrat unter dem stark unter Druck geratenen Präsident Armin Meyer empfiehlt den Aktionären, die BASF-Offerte anzunehmen. Die 50 Fr. pro Aktie seien ein fairer Preis.

Der Basler Spezialitätenchemiekonzern gibt damit nach jahrelangen und erfolglosen Sanierungsbemühungen die Selbständigkeit auf und wirft sich dem deutschen Chemieriesen an die Brust.

Perspektive

Angesichts der starken und schnellen Veränderungen im Markt für Spezialitätenchemie sei die Übernahme durch BASF sowohl für Ciba als auch für die Aktionäre und Mitarbeitenden die beste Lösung, hatte Meyer bei der Ankündigung des Deals gesagt. BASF sei der bevorzugte neue Eigentümer, da er für die Geschäfte von Ciba auch eine langfristige Perspektive biete.

Eine solche ist umso nötiger, als Ciba wegen fehlgeschlagenen Akquisitionen und hohen Rohstoffkosten bereits seit längerem in der Klemme steckt. Mitte August schockierte der Basler Konzern die Börse zudem mit einem Abschreiber von rund 600 Mio. Franken.

Welche Auswirkungen die Übernahme auf die Ciba-Arbeitsplätze haben wird, ist noch unklar. Hamprecht machte bereits deutlich, dass es zu Restrukturierungen kommen werde und dies eine Reduktion von Arbeitsplätzen mit sich bringe.

Den Ciba-Angestellten werden für die ersten 12 Monate nach der Übernahme die Löhne in bisheriger Höhe garantiert. Die vier Schweizer Produktionsstandorte der Ciba sollen zumindest während 18 Monaten nicht angetastet werden. BASF sicherte aber zu, Basel auch künftig als wichtigen Standort zu behalten und dort einen globalen Unternehmensbereich zu etablieren. (sda)

Deine Meinung