05.09.2017 16:51

Gefährlicher HäftlingBashkim L. flieht ohne Gewalt aus Gefängnis

Ein Häftling ist aus dem Zentralgefängnis in Freiburg ausgebrochen. Der Mann soll 2013 einen 36-Jährigen erschossen haben. Er bestreitet die Tat jedoch.

von
vro
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Bashkim L. ist in der Nacht auf Samstag, 2. September 2017, aus dem Gefängnis in Freiburg geflohen.

Bashkim L. ist in der Nacht auf Samstag, 2. September 2017, aus dem Gefängnis in Freiburg geflohen.

Kantonspolizei Freiburg
Er sass wegen eines Tötungsdelikts in Haft. 2013 soll er mit einem Komplizen einen 36-jährigen Familienvater erschossen haben.

Er sass wegen eines Tötungsdelikts in Haft. 2013 soll er mit einem Komplizen einen 36-jährigen Familienvater erschossen haben.

Kantonspolizei Freiburg
Der Tatort: Vor dieser Garage in Frasses FR wurde am 11. Mai 2013 kurz vor Mitternacht ein 36-jähriger Kosovare mit italienischem Pass von zwei Männern erschossen.

Der Tatort: Vor dieser Garage in Frasses FR wurde am 11. Mai 2013 kurz vor Mitternacht ein 36-jähriger Kosovare mit italienischem Pass von zwei Männern erschossen.

Keystone/Jean-christophe Bott

Er wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, nun ist Bashkim L. aus dem Gefängnis geflohen. Er soll an einer kaltblütigen Tat beteiligt gewesen sein. Es war am 11. Mai 2013 gegen Mitternacht: Ein 36-jähriger Kosovare mit italienischem Pass kam gerade mit seiner 21-jährigen Freundin und seinen Kindern nach Hause in Frasses FR. Als er vor der Garage stand, fielen Schüsse. Die Kinder sahen zu, wie ihr Vater starb. 15 Schüsse trafen ihn.

Ausbruch aus dem Zentralgefängnis in Freiburg

Es wird vermutet, dass der Flüchtige mit Hilfe von aussen entkam. (Video: SDA)

Ausbruch aus dem Zentralgefängnis: Die Polizei sucht den 35-jährige Kosovaren Bashkim L. (Video: Tamedia/SDA)

Die beiden mutmasslichen Täter konnten zunächst fliehen, wurden später aber gefasst. Eine Verwandte des Opfers berichtete damals, dass sie die kosovarische Mafia hinter der Tat vermute – der Vater des Opfers war bereits in Kosovo erschossen worden, sein Bruder wurde angeschossen. In Kosovo seien die Opfer in eine langjährige Familienfehde verwickelt gewesen. In diesem Zusammenhang seien auch Kinder getötet worden.

Komplize gehört zum selben Clan wie L.

2016 standen die beiden mutmasslichen Täter schliesslich in Romont vor Gericht. Einer der beiden war der damals 34-jährige Kosovare Bashkim L.. Er und ein Mazedonier wurden erstinstanzlich zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Beide haben Einsprache erhoben und bestreiten auch heute noch, die Täter zu sein.

Aus der Anklageschrift war damals zu entnehmen, dass Bashkim L. einen Tag vor der Schiesserei ein Auto gekauft hat, das durch einen Verwandten finanziert worden war. Sein Komplize –

er gehörte demselben Clan an wie L. an – besorgte die Waffen.

Sicherheitsvorkehrungen für Prozess verschärft

Bereits im Oktober 2013 soll die blutige Familienfehde zwei weitere Opfer gefordert haben: In der kosovarischen Stadt Peja wurden fünf Monate nach der Bluttat in Frasses zwei Männer in einer Bar erschossen. Eines der Opfer soll zum Clan gehört haben, in dem auch Bashkim L. Mitglied ist. Eine Angehörige des Opfers vermutete deshalb, dass es sich um Blutrache gehandelt habe.

Der Prozess gegen L. und seinen Komplizen in Romont wurde deshalb auch unter verschärften Sicherheitsbedingungen abgehalten. Im Vorfeld waren in den Hof des Wohnorts eines der Angeklagten zwei Granaten geworfen worden, wie der Verteidiger sagte. Verletzt wurde niemand.

Details zur Flucht noch unklar

Nun ist Bashkim L. aus dem Zentralgefängnis in Freiburg geflohen. Wie er das geschafft hat und weshalb das Gefängnispersonal nichts mitbekommen hat, ist noch unklar. L. entkam in der Nacht auf Samstag aus einer Einzelzelle. Polizeisprecher Martial Pugin macht zur Flucht keine genauen Angaben, L. habe jedoch keine Gewalt angewandt. Trotzdem warnt die Polizei, dass der Geflohene als gefährlich gilt. Sie vermutet, dass er sich nicht mehr auf Schweizer Boden aufhält.

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