Arbeitsunfall in Basel: Basler Baukran: Gefahr noch nicht gebannt
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Arbeitsunfall in BaselBasler Baukran: Gefahr noch nicht gebannt

Nach dem spektakulären Unfall auf der Baustelle des Basler Kinderspitals musste der Neubau evakuiert werden. Der nur teilweise abgebaute Baukran könnte umstürzen. Polizei und Rettung arbeiten auf Hochtouren.

von
amc

Der Pneukran war dabei, einen festen Baukran abzubauen, als es zum spektakulären Zwischenfall gekommen ist. «Als er eines der Teile hochhob, kippte er nach hinten», beschreibt Leser-Reporter Sandro S. die dramatischen Szenen. Der Ausleger des 70 Tonnen schweren Pneukrans krachte in der Folge auf das Dach eines Nebengebäudes des Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), knickte über den Dachrand und schlug mit grosser Wucht gegen die Hausfassade. «Es klang, als ob eine Bombe explodiert sei», sagt S. In seinem Büro sei es «totenstill» geworden. «Nach dem ersten Schreck stürmten die Leute nach draussen.» Draussen gesellten sich Dutzende weitere Schaulustige dazu.

Wieso das Ungetüm kurz nach 9 Uhr aus dem Gleichgewicht kam, «ist noch unklar», sagt Beat Senn, Mitglied der Geschäftsleitung der ausführenden Senn AG. In der gesamten Geschichte des Kran-Unternehmens sei es noch nie zu einem derartigen Ereignis gekommen. «Wir hatten Glück im Unglück», so Senn. Nur eine Person sei «leicht verletzt» worden. Wie die Staatsanwaltschaft Basel schreibt, war die Angestellte zufälligerweise in einem

Materialraum bei der Einschlagsstelle. Sie sei durch den Aufschlag verletzt und unverzüglich in die Notfallstation des Universitätsspitals eingeliefert worden, heisst es in einer Medienmitteilung weiter. Der Kranführer kam mit dem Schrecken davon.

Der Baukran könnte umstürzen

Die Gefahr ist am Unfallort noch nicht gebannt: «Zum aktuellen Zeitpunkt kann nicht ausgeschlossen werden, dass der nur zum Teil abgebaute Baukran umstürzen könnte», schreibt die Staatsanwaltschaft. Die Rettungskräfte mussten mehrere Strassen für den Durchgangsverkehr sperren. Die Arbeiten am Neubau wurden eingestellt und alle Handwerker evakuiert. Der Schock sitzt dennoch tief.

«Es war ein Schreckensmoment», erzählt ein Handwerker gegenüber 20 Minuten Online. Es habe sich angehört, als ob das Haus einstürze. «Es war unglaublich, ich habe nur noch nach oben geschaut, ob die Decke nicht kommt.» Kurz nach dem Zwischenfall sei die Baustelle geräumt worden. «Wir haben nun frei bis Mittwochmorgen», so der Arbeiter weiter.

Die Höhe des Sachschadens noch nicht bekannt

Ein Grossaufgebot der Kantonspolizei und der Rettung arbeitet zurzeit auf Hochtouren am Unfallort. «Primär geht es darum, den Baukran soweit abzubauen, dass von diesem keine Gefahr mehr ausgehen kann», heisst es in der Medienmitteilung. Gleichzeitig arbeitet die kriminaltechnische Abteilung an der Untersuchung der genauen Unfallursache.

Die Höhe des Sachschadens ist noch unklar. Am Dach des Gebäudes und an der Fassade entstand aber massiver Schaden. Die beschädigte Liegenschaft gehört zum UKBB. Im Gebäude befand sich früher die Entbindungsstation, heute wird dort hauptsächlich geforscht.

Die Arbeiten am Neubau des Kinderspitals wurden im Januar 2008 begonnen. Zurzeit läuft der Innenausbau des Gebäudes. Das geplante Bauende ist Sommer 2010. Im Januar 2011 sollen dann alle Abteilungen in den Neubau umziehen.

Um 9 Uhr standen beide Kräne noch, wie Bilder einer Live-Cam zeigen. 30 Minuten später sieht man den Kran bereits in der Vertikalen. Das UKBB hat die Kamera inzwischen abgeschaltet.

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