Aktualisiert 28.02.2012 20:32

Zu Laut

Basler Cliquen sind lauter als ein Presslufthammer

Die Lautstärke an den drey scheenschte Dääg ist mit Werten von bis zu 114 Dezibel höher als ein Presslufthammer. Dies ist vor allem für Kinder ein Risiko.

von
Susan Pedrazzi

An der Basler Fasnacht herrscht jedes Jahr Ausnahmezustand – auch was den Lärm betrifft.

Wie laut das närrische Treiben in Basel tatsächlich ist, weiss der Akustikexperte Fredi Hagedorn: Im Auftrag der Initiative «Hear the World» bewaffnete er sich mit einem Lautstärkemessgerät und mass verschiedene Fasnachtsformationen aus einem Abstand von 50 Zentimetern auf Kinderohrenhöhe. Die Ergebnisse lassen aufhorchen: Die Werte bewegen sich alle um die 100 Dezibel (dB). Tabellen-Erster ist mit 114 dB eine Clique mit Trommeln und Piccolos. «Dieser Wert ist vergleichbar mit einem Rockkonzert bei einem Meter Abstand von den Boxen», so Hörgerätakustikmeisterin Daniela Simone-Feit. Das ist lauter als ein Presslufthammer, der einen Wert von 110 dB erreichen kann. Die Clique ist rund drei dB lauter als eine Gugge mit Schlagzeug und Bläsern. Doch selbst eine reine Piccolo-Formation erreicht einen Wert von 98,8 dB.

Obwohl der Lärm vor allem für das empfindliche Gehör von Kindern schädlich sei, tragen die Kleinsten in Basel seltener einen Gehörschutz als an anderen Fasnachten. Bei so hohen Lautstärkewerten gilt deshalb: in die erste Reihe nur mit Gehörschutz. Eine Schädigung des Gehörs ist nämlich unwiderruflich.

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