KIN001 – Basler Corona-Medikament soll auch gegen Omikron schützen
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KIN001Basler Corona-Medikament soll auch gegen Omikron schützen

Der Wirkstoff von Kinarus aus Basel zeigt vielversprechende Resultate im Kampf gegen das Coronavirus. Auch vor den schlimmsten Auswirkungen einer Infektion mit der Omikron-Variante soll es gemäss eigenen Aussagen erfolgreich schützen.

von
Patrick McEvily
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Die Basler Pharmafirma Kinarus und ihr Chef Alexander Bausch zeigen sich zuversichtlich, dass ihr Medikament KIN001 gegen schlimme Auswirkungen einer Corona-Infektion schützt – auch mit der Omikron-Variante.

Die Basler Pharmafirma Kinarus und ihr Chef Alexander Bausch zeigen sich zuversichtlich, dass ihr Medikament KIN001 gegen schlimme Auswirkungen einer Corona-Infektion schützt – auch mit der Omikron-Variante.

Lucia Hunziker, Tamedia
KIN001 soll die Ausbreitung des Virus im Körper verlangsamen und so auch gegen Long-Covid-Schäden schützen.

KIN001 soll die Ausbreitung des Virus im Körper verlangsamen und so auch gegen Long-Covid-Schäden schützen.

20min/Marvin Ancian
Ursprünglich ist KIN001 eine Entwicklung von Pharmariese Roche. Weil das Rheuma-Medikament aber keine lang anhaltende Wirkung erzielte, trat der Basler Riese die Rechte dafür an einen ehemaligen Angestellten ab.

Ursprünglich ist KIN001 eine Entwicklung von Pharmariese Roche. Weil das Rheuma-Medikament aber keine lang anhaltende Wirkung erzielte, trat der Basler Riese die Rechte dafür an einen ehemaligen Angestellten ab.

Roche Schweiz/David Hubacher

Darum gehts

  • Das Medikament KIN001 der Basler Pharmafirma Kinarus steht seit Jahresbeginn in der Pipeline.

  • Gemäss eigenen Aussagen des Unternehmens, ist es auch gegen Omikron-Variante wirksam.

  • Die Zulassung steht noch aus. In Zukunft könnte das Mittel aber den Wandel in der Pandemie bringen.

Das Basler Unternehmen Kinarus arbeitet bereits seit längerem an einem Medikament gegen die Auswirkungen einer Infektion mit dem Coronavirus. In ersten Tests erzielte KIN001 vielversprechende Resultate. Der Wirkstoff aus der Schweiz könnte bei einer erfolgreichen Lancierung zu einem Ende der Pandemie beitragen.

Anders als andere Medikamente oder Impfstoffe, die derzeit erhältlich oder in Entwicklung sind, ist er besonders gut gewappnet für aktuelle und mögliche zukünftige Mutationen. KIN001 arbeitet nämlich innerhalb einer Zelle, und nicht an deren Oberfläche, wo Mutationen des Virus aktiv werden.

Nur wenige wollen freiwillig an klinischen Studien teilnehmen

KIN001 soll dafür sorgen, dass das Virus sich im Körper weniger schnell ausbreiten kann. Auch vor Long Covid soll dem gemäss dem Firmenchef von Kinarus, Alexander Bausch, schützen. «Unser Medikament hat das Potenzial eines Schweizer Sackmessers unter den Arzneimitteln. Es ist sehr vielseitig einsetzbar.»

Die Basis für den Wirkstoff wurde vor 20 Jahren von Roche gelegt. Es war eigentlich im Kampf gegen Rheuma vorgesehen, doch das Medikament entfaltete seine Wirkung nur in kurzen Abständen, weshalb der Pharmamulti die Forschung daran einstellte.

Alexander Bausch, der zuvor bei Roche gearbeitet hatte, machte sich daraufhin selbstständig. Er kaufte seinem ehemaligen Arbeitgeber die Rechte für den Stoff ab. Zum Erfolg kam es als Bausch und seine Mitstreiter konnten das ursprüngliche KIN001 mit neuen Wirkstoffen kombinieren und eine längere Wirkdauer erzielen.

Freiwillige in Osteuropa rekrutieren

Die Zulassung für KIN001 steht noch aus. An 300 Personen sei das Medikament bislang getestet worden. Als nächster Schritt sollen klinische Tests mit Probanden folgen. Die Rekrutierung dafür gestalte sich aber schwierig. Denn es sei nicht einfach, einheimische Corona-Patienten zu finden, die teilnehmen möchten, erklärt Chef Alexander Bausch gegenüber SRF.

Die Zurückhaltung erklärt er sich mit einer generellen Skepsis unter Ungeimpften gegenüber der Pharmaindustrie. «In diesem Ausmass habe ich das noch nie erlebt.» Darum muss das Unternehmen vermehrt Freiwillige in Osteuropa rekrutieren. Unterstützung erhält Kinarus dabei vom Bund. Dieser hat das Unternehmen bis heute bereits mit rund sieben Millionen Franken unterstützt. Im Gegenzug erhielte dieser bei einer erfolgreichen Lancierung von KIN001 ein Vorkaufsrecht.

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