FCSG nach Tottenham: Basler Eurofighter zurück in die Realität
Aktualisiert

FCSG nach TottenhamBasler Eurofighter zurück in die Realität

Beim FC Basel geht es Schlag auf Schlag. Nach dem sensationellen Auftritt am letzten Donnerstag in der White Hart Lane gegen Tottenham (2:2), ist der FCB am Sonntag in der AFG Arena gegen St. Gallen nun wieder in der Liga gefordert.

von
Eva Tedesco
Das letzte Heimspiel gegen den FC Basel gewann der FC St. Gallen am 25. August 2012 bei strömendem Regen 2:1.

Das letzte Heimspiel gegen den FC Basel gewann der FC St. Gallen am 25. August 2012 bei strömendem Regen 2:1.

Den Triumph an der White Hart Lane gegen den Tabellendritten der Premier League können die Bebbi nur kurz geniessen, denn der Spielplan zwingt die erfolgreichen Eurofighter dazu, den Fokus schon wieder auf die Meisterschaft zu legen.

Der Schweizer Meister hat mehr Spiele absolviert wie jede andere Mannschaft in Europa. Der FCB kann in der Saison 2012/13 auf total 46 Pflichtspiele zurückschauen; davon 25 in der Meisterschaft, 4 im Schweizer Cup, 11 in der Europa League und 6 in der Champions-League-Qualifikation. In den kommenden Wochen steht des Weiteren das Viertelfinal-Rückspiel in der Europa League (11. April) und der Cup-Halbfinal in Sion (17. April) neben der Titelverteidigung auf dem Programm.

Ganz andere Luft in der Ostschweiz

Als Schweizer Team noch in drei Wettbewerben dabei zu sein, ist nicht alltäglich. Umso glücklicher ist Yakin, dass er in Hinblick auf die Dreifachbelastung (Europacup, Cup und Meisterschaft) auf ein breites Kader zurückgreifen und sein Rotationsprinzip fortsetzen kann. «Mit dem Spiel gegen St. Gallen in der Meisterschaft geht es zurück in die Realität und da atmen wir eine ganz andere Luft, als im Europacup, der ein Bonus für unsere Leistungen ist. Aber wir wollen auch aus der Ostschweiz drei Punkte mitnehmen», sagt Yakin.

Um diese drei Punkte zu holen, kann Yakin gegen die Espen wieder frische Kräfte zurückgreifen, auf die gegen Tottenham gesperrten Aussenverteidiger Philipp Degen und Joo Ho Park. Und auch auf Regisseur Marcelo Diaz. Der Chilene hat vor seiner Sperre aufsteigende Form und wurde zu einem wertvollen Bestandteil in Yakins Herzstück - dem Mittelfeld. «Das zentrale Mittelfeld muss flexibel sein», sagt Yakin. In den Jahren als Trainer beim FC Thun und FC Luzern habe er gewusst, wie der FCB aufstellt, wenn es gegen die Rotblauen ging. Das hat sich nun unter Yakin geändert. Der FCB ist weniger ausrechenbar.

Pause für Basler Schwerstarbeiter

So wird es auch gegen den FCSG diverse Umstellungen geben. Yakin liess sich so weit in die Karten schauen, dass neben den Rückkehrern Philipp Degen (für Markus Steinhöfer) und Joo Ho Park (für Kay Voser) auch Diaz (für Fabian Frei) gesetzt sein wird. Zu einem Kurzeinsatz in Luzern wird auch Stürmer Raúl Bobadilla wieder zu einigen Minuten Spielzeit kommen.

Die Chance am Donnerstag vor ausverkauftem Haus gegen Tottenham in den Halbfinal der Europa League einzuziehen, ist intakt und die Verlockung gross. Zumal nach Jermain Defoe, Aaron Lennon, William Gallas auch Superstar Gareth Bale im Rückspiel fehlen wird. Der Offensivspieler zog sich im Zweikampf mit David Degen eine Knöchelverletzung zu und fällt rund zwei Wochen aus.

Yakin entscheidet oft nach Bauchgefühl

Deshalb wird Yakin seinen «Schwerarbeitern» Marco Streller und Valentin Stocker eine schöpferische Pause gönnen. «Ich spüre es, wenn einer eine Pause braucht. Mehrheitlich entscheide ich nach Bauchgefühl. Aber es braucht Vertrauen, wenn man einen Spieler in einem Spitzenspiel nicht einsetzt», sagt Yakin.

Eine Überlegung wert wäre wohl auch, Alex Frei nicht mit in die Ostschweiz zu nehmen. Denn, obwohl der künftige Sportchef des FCL beteuert hat, dass er bis zum letzten Tag alles für den FCB geben wird, könnte man sich die Frage stellen, ob die schwierige Trainersuche nach der Freistellung von Ryszard Komornicki, nicht zu viel an Energie beim Stürmer absorbiert.

Ausgeglichene Heimbilanz der Espen gegen Basel

«St. Gallen spielt einen sehr organisierten und defensiv guten Fussball», sagt Yakin. «Sie haben eine gewisse Stabilität bewiesen und lassen nicht viel zu. Das volle Stadion kann eine zusätzliche Motivation für sie sein. Ich erwarte in den Ostschweizern einen harten Brocken als Gegner.» Die ausgeglichene Heimbilanz der Espen gegen die Bebbi der letzten Jahre gibt ihm recht: In den Heimspielen im Espenmoos und seit 2008 in der AFG Arena gab es in 18 Vergleichen je sechs Siege, Unentschieden und Niederlagen.

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