MRSA: Basler Forscher finden Lösung gegen Spitalkeime
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MRSABasler Forscher finden Lösung gegen Spitalkeime

Die Behandlung multiresistenter Keime stellt Ärzte vor grosse Probleme, da viele Antibiotika dagegen wirkungslos sind. Eine Therapie aus Basel könnte helfen.

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jcg
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Der Erreger Staphylococcus aureus ist gegen viele Antibiotika resistent. Das macht die Behandlung einer Infektion enorm schwierig.

Der Erreger Staphylococcus aureus ist gegen viele Antibiotika resistent. Das macht die Behandlung einer Infektion enorm schwierig.

PD
Diese Erfahrung hat auch der olympische Goldmedaillengewinner Ian Thorpe gemacht. Er soll sich 2014  im Spital zwei schwere Infektionen mit dem Spitalkeim MRSA  (Methicillin resistente Staphylococcus aureus) eingefangen haben.

Diese Erfahrung hat auch der olympische Goldmedaillengewinner Ian Thorpe gemacht. Er soll sich 2014 im Spital zwei schwere Infektionen mit dem Spitalkeim MRSA (Methicillin resistente Staphylococcus aureus) eingefangen haben.

Keystone
Ein Infekt mit MRSA hat zum Teil offene Hautinfektionen, entzündete Organe oder Blutvergiftungen zur Folge und kann tödlich enden.

Ein Infekt mit MRSA hat zum Teil offene Hautinfektionen, entzündete Organe oder Blutvergiftungen zur Folge und kann tödlich enden.

Gregory Moran

Forschende in Basel haben herausgefunden, wie sich einer der häufigsten multiresistenten Keime bekämpfen lässt. Entwickelt haben sie Designerzellen, mit der sich eine Infektion mit diesem Bakterium verhindern lässt, wie das Basler Universitätsspital (USB) am Donnerstag mitteilte.

Weil Bakterien zunehmend gegen Antibiotika resistent werden und dies schon viele Menschen das Leben gekostet hat, wird weltweit nach Lösungen für diese Problematik gesucht. Was nun Forschenden des Departements Biomedizin der Uni Basel und des USB sowie des in Basel domizilierten Departements für Biosysteme der ETH Zürich gelungen ist, sei ein «spektakulärer Erfolg», heisst es im Communiqué.

Synthetischer Beschleuniger

Konkret geht es um sogenannte MRSA-Bakterien (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus), die gegen viele Antibiotika resistent sind. Diese Keime können zu Infektionen führen, die sich äusserst schwer behandeln lassen, hohe Kosten für das Gesundheitswesen verursachen und sogar tödlich verlaufen können, wie das USB festhält.

Mit der von Teams um Martin Fussenegger und Nina Khanna entwickelten Designerzellen lassen sich MRSA nicht nur erkennen, sondern gezielt eliminieren, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Dies geschehe über einen synthetischen Beschleuniger. Dieser fördert die Freisetzung eines Enzyms, das Bakterien zersetzen kann.

Die neue Therapie, über die auch die Fachzeitschrift «Cell» berichtete, ist nach Überzeugung der Basler Forschenden einer klassischen Behandlung mit Antibiotika überlegen. Gezielte Therapien zur Behandlung von Infektionen werden gemäss der Mitteilung immer mehr an Bedeutung gewinnen. Prof. Nina Khanna, Forschungsgruppenleiterin am DBM sowie Leitende Ärztin Infektiologie und Spitalhygiene am USB sagte dazu: «Durch die regulierbare und reversible Freisetzung von antibakteriellen Substanzen könnte der Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen entgegengewirkt werden.»

(jcg/sda)

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