Aktualisiert 07.10.2014 12:49

Einkaufen in DeutschlandBasler Geschäfte folgen den Kunden nach Lörrach

Immer mehr Schweizer Kunden gehen nach Deutschland einkaufen. Nun folgen auch die Basler Detailhändler dem Trend und eröffnen Zweitfilialen im Nachbarland.

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Aufgrund der preiswerten Angebote bevorzugen viele Schweizer das Einkaufen in den naheliegenden Gebieten Deutschlands. Damit die Basler Detailhändler konkurrenzfähig bleiben können, expandieren sie nun ins Ausland.

Ein Beispiel für diesen Trend ist der Kinderladen Drei-Käse-Hoch. Am Spalenberg besitzen die Betreiber schon seit längerer Zeit zwei Filialen. Vor zwei Jahren expandierten sie an die Bahnhofstrasse 9 in Lörrach. «Wir haben gemerkt, dass wir dadurch viel Geld sparen können», sagt Geschäftsführer David Nippel gegenüber der bz.

Geld sparen können aber auch die Kunden, wie ein Test von 20 Minuten zeigt: Bereits die im Basler Shop prominent angebrachten Preisangaben in Franken und Euro zeigen deutlich, dass sich die Reise ins Nachbarland durchaus lohnen kann. So kostet beispielsweise ein Kinderwagen in Deutschland umgerechnet 80 Franken weniger, was nach Rückerstattung der Mehrwertsteuer ein Ersparnis von rund 17% ergibt. Weitere Produkte bieten ein ähnlich grosses Sparpotenzial.

Zuwachs von Basler Filialen

Von den preiswerten Gegebenheiten in Deutschland profitiert neu auch Geschäftsführerin Silvia Jauslin. Vor einer Woche ist sie dem Beispiel des Kinderladens gefolgt und eröffnete an der gleichen Strasse ihr Brautmode-Geschäft Pour elle.

In der Basler Innenstadt verkauft Jauslin bereits seit Jahrzehnten Brautkleider. Das Geschäft laufe gut, aber «immer mehr Kundinnen gehen direkt nach Deutschland», erklärt Jauslin. Um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben, hat sie sich für eine Zweitfiliale ihres Brautmode-Geschäfts in Lörrach entschieden.

«Kein Basler Einkaufserlebnis»

Während Grossverteiler wie die Migros, die 1996 ihre erste Filiale in Lörrach eröffnete und sich vor rund einem Jahr aufgrund roter Zahlen zum Verkauf gezwungen sah, scheitern, scheinen kleinere Händler erfolgreich mit ihrer Expansion nach Deutschland zu sein.

Dass Basler Geschäfte ihre Filiale in Basel mit einer zweiten in Deutschland ergänzen, sieht Mathias F. Böhm, Geschäftsführer von Pro Innenstadt, aber gelassen: «Ich gehe nicht davon aus, dass dieser Weg für viele Basler Detaillisten spannend sein könnte, da auch das Einkaufserlebnis in Lörrach nicht mit demjenigen in Basel zu vergleichen ist.»

Dem pflichtet auch Jauslin bei. Das Prestige-Geschäft ist und bleibt dasjenige in Basel. Die Zweitfiliale in Lörrach ist lediglich eine Ergänzung, die ihr die Konkurrenzfähigkeit garantiert.

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