Smash137: Basler Graffiti-Künstler verklagt General Motors

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Smash137Basler Graffiti-Künstler verklagt General Motors

Mit einem riesigen Graffiti-Gemälde im Hintergrund machte General Motors Werbung für einen Cadillac. Weil Künstler Adrian Falkner dafür jedoch keinen Rappen sah, zieht er nun vor Gericht.

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sis
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Mit dem Wandgemälde von Adrian Falkner im Hintergrund, machte General Motors 2016 Werbung für den Cadillac XT5.

Mit dem Wandgemälde von Adrian Falkner im Hintergrund, machte General Motors 2016 Werbung für den Cadillac XT5.

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Für das Gemälde wurde Falkner von einem US-Unternehmer beauftragt. Das Gebäude ist das zehnstöckige Parkhaus Z-Lot in Detroit, das als Kunstgalerie gebaut wurde.

Für das Gemälde wurde Falkner von einem US-Unternehmer beauftragt. Das Gebäude ist das zehnstöckige Parkhaus Z-Lot in Detroit, das als Kunstgalerie gebaut wurde.

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Der Basler Graffiti-Künstler Adrian Falkner verklagt den amerikanischen Automobil-Konzern General Motos (GM) wegen Urheberrechtsverletzung. Der 39-Jährige fertigte vor vier Jahren in Detroit ein Wandgemälde in einem Parkhaus an. Dieses nutzte GM 2016 als Hintergrund für Werbefotos für den neuen Cadillac XT5.

Mit dem Slogan «Art of the Drive» seien die Werbefotos mit Falkners Wandgemälde via Facebook, Twitter und Instagram sowie über die Händler verbreitet worden. Weder soll Falkner davon gewusst haben, noch sei er um seine Einwilligung gebeten worden, berichtet die «New York Times». Im Januar reichte er deswegen gegen den Fotografen Klage ein – in Los Angeles, da dessen Firma dort ansässig ist.

General Motors will nichts bezahlen

Eine erste Anhörung soll gemäss der «bz Basel» am Montag stattgefunden haben. Die Anklage lautet auf Schadenersatz, Rückerstattung und Unterlassung. Die Höhe der Summe liess Falkner dabei offen. Angeblich habe GM während der Kampagne rund 13'000 der beworbenen Cadillac XT5 verkauft. Wie in der öffentlich einsehbaren Schrift nachzulesen ist, würde das ungefähr einem Umsatz von einer halben Milliarde Dollar entsprechen.

Laut dem Bericht in der US-Zeitung versuchte GM, den Rechtsstreit vorzeitig zu beenden. Der Konzern argumentierte damit, dass sie das Wandbild hätten benutzen dürfen, weil gemäss amerikanischem Gesetz Bilder von architektonischen Arbeiten kein Urheberrechtsschutz geniessen würden.

Sollte Falkner vor Gericht erfolgreich sein, könnte sein Fall laut der «New York Times» zum Präzedenzfall werden, denn bislang sei die Frage, ob Wandgraffiti urheberrechtlich geschützt sind, ungeklärt.

Auch Modedesigner Cavalli von Sprayern verklagt

Einen ähnlichen Fall gab es bereits 2014. Damals klagten drei Graffiti-Sprayer gegen den Modedesigner Roberto Cavalli. Dieser hatte Motive ihrer Wandmalerei als Muster für seine Kleidung und Schuhe benutzt. Ein Urteil gab es jedoch nicht – die Parteien einigten sich noch vor der ersten Verhandlung in einem Vergleich.

Der Anwalt der drei Sprayer, Jeff Gluck, vertritt nun auch Falkner. Falkner, der in der Szene unter dem Pseudonym Smash 137 bekannt ist, wurde in Liestal geboren und machte seinen Master-Abschluss in Fine Arts an der HGK Basel. Als Künstler geniesst er einen exellenten Ruf. Das Wandgemälde in Detroit fertigte er 2014 im Auftrag von US-Unternehmer Dan Gilbert an.

Touristenmagnet in Detroit

Das Parkhaus names Z-Lot ist mittlerweile zum Touristenmagneten geworden. Mehrere internationale Graffitikünstler haben die Wände des zehnstöckigen Gebäudes mit ihren Werken geschmückt. Ganz oben durfte sich Smash 137 verewigen, direkt vor der Skyline der Industriestadt.

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