Regio-S-Bahn: Basler «Herzstück» wird völlig neu aufgegleist
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Regio-S-BahnBasler «Herzstück» wird völlig neu aufgegleist

Die Baudirektoren beider Basel haben am Mittwoch ein neues, überraschendes «Herzstück»-Projekt für die Basler Regio-S-Bahn vorgestellt.

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Neuer Zweck für die alte Hauptpost: 2030 soll sie als Zugang zur S-Bahn-Haltestelle Basel Mitte fungieren.

Neuer Zweck für die alte Hauptpost: 2030 soll sie als Zugang zur S-Bahn-Haltestelle Basel Mitte fungieren.

Herzog de Meuron
Die zentrale S-Bahn-Haltestelle kann auch über den Spiegelhof erreicht werden.

Die zentrale S-Bahn-Haltestelle kann auch über den Spiegelhof erreicht werden.

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Ausstieg ist auch an der Schifflände an der Anlegestelle der Basler Personenschifffahrt möglich.

Ausstieg ist auch an der Schifflände an der Anlegestelle der Basler Personenschifffahrt möglich.

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Das künftige so genannte «Herzstück» der trinationalen Regio-S-Bahn Basel wird weitgehend neu aufgegleist. Am Mittwoch haben die Baudirektoren der beiden Basel den Medien eine neue «Bestvariante» namens «HOCH Y» vorgestellt, die stark von der seit 2010 favorisierten Variante «Mitte» abweicht. So soll der geplante Tunnel zwischen Basel SBB und Badischer Bahnhof unter der Stadt samt Haltestellen anders verlaufen. Vorgesehen sind zudem der Einbezug des Fernverkehrs und der Verzicht auf einen teuren Tiefbahnhof.

Das Grossprojekt ist Voraussetzung für weitere Taktverdichtungen und direktere und damit schnellere Linien. Vor allem vernetzt es die Regio-S-Bahn mit der Innenstadt und entlastet damit den Tramverkehr. Das Milliardenprojekt sieht unterirdische Haltestellen beim Marktplatz und Klybeck vor. Eine dritte beim Schützenmattpark ist vorerst nur als Option im Projekt enthalten. «Die Altstadt-Verbindung hat ein enormes Potential», sagt der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels. Mit geschätzten 80'000 Passagieren täglich wäre die Haltestelle beim Marktplatz unter den Top 20 landesweit.

In der Region kommt der neue Wurf des Herzstück-Konsortiums, das am Mittwoch von Wessels und seiner Baselbieter Amtskollegin Sabine Pegoraro präsentiert wurde, gut an. Der Gewerbeverband ist für einmal voll des Lobes für den Baudirektor. «Vom Herzstück und einer leistungsfähigen S-Bahn werden alle profitieren: Unternehmen, Arbeitnehmer, Konsumenten und Touristen», lässt sich Gewerbeverbandsdirektor Gabriel Barell zitieren.

Milliarden aus der Bundeskasse

Ein Abzweiger vom Marktplatz via Bahnhof St. Johann zum Flughafen ist als zweite Etappe angedacht. Die Gesamtkosten der neuen Herzstück-Variante belaufen sich auf rund 2,8 Milliarden Franken. Das ist wesentlich günstiger als die bisher Variante, der Tiefbahnhöfe beinhaltete. Diese hätte mit knapp 5 Milliarden Franken zu Buche geschlagen. Mitsamt aller Ausbaumassnahmen für die Regio-S-Bahn im Raum Basel summiert sich der Investitionsbedarf aber auch bei der neuen Variante auf total 4,25 Milliarden Franken.

Der Bund soll sich dabei mit 3,3 Milliarden im Rahmen des Finanzierungsprogramms STEP2030/35 beteiligen.Die Herzstück-Pläne seien dem Bund übergeben worden. Der Frühestmögliche Baubeginn des Herzstücks ist 2025, die früheste Inbetriebnahme 2030.

Die nun vorgestellte neue Bestvariante erfüllt laut Communiqué «einen wesentlichen ersten Teil des Auftrags» der Parlamentsvorlagen von 2014 zum Vorprojekt. Dessen Ausarbeitung trieben die Kantone nun in enger Zusammenarbeit mit Bund, SBB und DB voran. Das neue Herzstück ist auch ein taktisches Manöver: Mit dem Miteinbezug des Fernverkehrs in die Pläne, wird dem Bund das Projekt zusätzlich schmackhaft gemacht. Eine optionale Verbindung aus dem Tunnel nach Norden würde nämlich erlauben den Nord-Süd-Fernverkehr am Badischen Bahnhof zu schleusen und den zeitraubenden Kopfhalt am Bahnhof SBB obsolet machen.

Ersatz für zu enge Margarethenbrücke

Überdies ist ein Ersatz der alten engen Margarethenbrücke durch eine Art Platz mit Gleiszugängen vorgesehen. Dies soll die seit längerem überquellende Passerelle zu den Perrons im Bahnhof entlasten. Und es bietet auch eine grosszügigere Verbindung für den Langsamverkehr vom Gundeldingerquartier in die Basler Innerstadt.

Für städtebauliche Fragen ist am Projekt auch das Büro Herzog und de Meuron beteiligt.

(sda)

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