Rennen mit 500 km/h: Basler ist jüngster Dragster-Pilot der Welt

Aktualisiert

Rennen mit 500 km/hBasler ist jüngster Dragster-Pilot der Welt

Von 0 auf 100 km/h in 0,7 Sekunden: Noah Stutz (18) aus Hersberg BL misst sich mit seinem 8000-PS starken Dragster mit den besten Fahrern Europas. In Zukunft will er in den USA durchstarten.

von
A. Meili

Während andere Jugendliche Fussball spielen oder sich auf dem Tenniscourt messen, hat Noah Stutz aus Hersberg BL ein eher ungewöhnliches Hobby. Der 18-Jährige fährt Dragster-Rennen. «Ich bin definitiv ein Adrenalinjunkie. Der Dragster und ich, das war Liebe auf den ersten Blick.» Im Juni hat er die Prüfung zum Top-Fuel-Fahrer bestanden und darf nun mit 8000 PS unter der Haube in der Königsklasse des Dragster-Sports starten. Als jüngster Fahrer weltweit, wie er sagt. Und tatsächlich: In den Starterlisten der nordamerikanischen und europäischen Verbände des Beschleunigungsrennsports lassen sich keine jüngeren Fahrer finden.

Am Wochenende startet er nun in Hockenheim, wo das grösste Dragster-Race Europas stattfindet. Um seine Konkurrenz aus Skandinavien, England und Deutschland zu schlagen, muss er den Tacho seines Boliden auf über 500 km/h hochtreiben. Diese Geschwindigkeit erreicht der Dragster in zirka 3,9 Sekunden – in 0,7 Sekunden beschleunigt er auf 100 km/h. «Wenn ich das Pedal herunterdrücke, bin ich total im Rausch. Es ist dieses Gefühl, für welches ich lebe.»

Reaktion und Fingerspitzengefühl

Das Benzin liegt dem Baselbieter im Blut. Bereits im zarten Alter von vier Jahren polierte er begeistert die Felgen des Rennwagens seines Vaters, der mit seinem Lotus Elise Bergrennen fuhr. Mit acht Jahren nahm ihn sein Vater mit zu einem Dragrace. Von da an habe er nichts mehr anderes im Sinn gehabt, als eine solche Rakete über eine Piste zu peitschen, sagt Noah Stutz. Sein Vater habe ihm daraufhin versprochen, dass er ihm ein Gefährt kaufe, wenn er selbst 1000 Franken beisteuern würde, schreibt die Aaargauer Zeitung. Vier Jahre und etliche gemähte Rasen später überbrachte er seinem Vater das Geld in seinem Sparschwein.

Heute fährt der 18-Jährige so häufig es geht und trainiert zusätzlich zwei Stunden täglich im Fitnessstudio. «Ich muss Kondition haben und körperlich einiges aushalten. Schliesslich drücken im Rennen 7 G auf meinen Körper», so Stutz. Als Fahrer muss er zusätzlich über eine schnelle Reaktionszeit verfügen und viel Fingerspitzengefühl besitzen. «Denn wenn das Steuerrad zur Korrektur der Fahrtlinie ein bisschen zu stark bewegt wird, landet man sofort in der Leitplanke.» Von Verletzungen blieb er bisher zwar verschont, der Gedanke eines Unfalls fahre aber immer mit.

Profirennfahrer als Traum

Momentan macht Stutz neben dem Dragracing noch eine KV-Ausbildung, sein Ziel ist es aber, Profi zu werden. «Irgendwann möchte ich in den USA fahren. Dort werden die Rennen von über 11 Millionen Zuschauern verfolgt.» Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist Dragster-Racing die zweitbeliebteste Motorsportart nach Nascar. Um seinem Traum ein Stück näher zu kommen, müsse er aber zuerst in Europa mit guten Resultaten auf sich aufmerksam machen, sagt Stutz. Damit anfangen will er bereits am Wochenende vor zehntausenden Fans in Hockenheim.

Noah Stutz in Aktion:

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