Aktualisiert 01.08.2006 11:35

Basler klagen Zürcher wegen Sterbehilfe an

Ein Zürcher Psychiater kommt wegen Sterbehilfe in drei Fällen vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt klagt ihn wegen vorsätzlicher Tötung sowie mehrfacher Verleitung und Beihilfe zum Selbstmord an.

Die Staatsanwaltschaft hat den Fall am vergangenen Mittwoch nach einem mehrjährigen Ermittlungsverfahren ans Strafgericht Basel-Stadt überwiesen. Sie klagt den bekannten 71-jährigen Psychiater und Sterbehelfer in einem Fall wegen vorsätzlicher Tötung an und in zwei weiteren Fällen wegen mehrfacher Verleitung und Beihilfe zum Selbstmord. Die Anklage stützt sich unter anderem auf zwei Gutachten des kantonalen Instituts für Rechtsmedizin. Genaueres zum Inhalt dieser Gutachten und den weiteren Ermittlungen war bei der Staatsanwaltschaft nicht zu erfahren. Gemäss Strafgesetzbuch drohen bei einer Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung bis zu 20 Jahre Zuchthaus.

Das Basler Kriminalkommissariat hatte gegen den Psychiater im April 2001 ein erstes Verfahren wegen Beihilfe zum Selbstmord eingeleitet. Damals hatte der Arzt selbst die Polizei verständigt, nachdem er einem 48-jährigen Mann beim Selbstmord behilflich gewesen war und dies auf Video dokumentiert hatte. Die zwei weiteren Fälle datieren vom November 2002 und dem Januar 2003. Im ersten hatte der Psychiater eine 62-jährige Frau in den Freitod begleitet. Ein Team der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens hatte damals die Vorgeschichte gefilmt. Im zweiten Fall geht es um einen 85-jährigen Mann, der tot in einem Luzerner Hotelzimmer aufgefunden worden war, und mit dessen Tod ebenfalls der Sterbehelfer in Verbindung gebracht wird. (dapd)

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