Aktualisiert 17.06.2016 17:00

Clara-BrockiBasler Kult-Brocki muss eine neue Bleibe suchen

Die Möbel der Clara-Brocki schmücken Bühnen und landen auch mal an der Art Basel. Jetzt muss sich das Kleinbasler Kult-Brockenhaus ein neues Dach über dem Kopf suchen.

von
lha
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Ein Fixstern für Stöberer und Schatzsuchende: Das Clara-Brocki an der Claramattstrasse ist eine beliebte Adresse und weit über Basel hinaus bekannt.

Ein Fixstern für Stöberer und Schatzsuchende: Das Clara-Brocki an der Claramattstrasse ist eine beliebte Adresse und weit über Basel hinaus bekannt.

Benno Hunziker
Das bunte Sammelsurium an Möbeln und Einrichtungsgegenständen im Innern ist auch immer wieder Schauplatz von kulturellen Veranstaltungen. Die Kundschaft kann dort aber auch auf ein Kaffee in spezieller Umgebung verweilen.

Das bunte Sammelsurium an Möbeln und Einrichtungsgegenständen im Innern ist auch immer wieder Schauplatz von kulturellen Veranstaltungen. Die Kundschaft kann dort aber auch auf ein Kaffee in spezieller Umgebung verweilen.

Benno Hunziker
Ebenfalls Teil des Interieurs: Der alte VW Käfer von Mitgründer Martin Becker. «Der ist noch fahrtüchtig», sagt er. Gerne würde er das Schmuckstück auch an den neuen Standort mitzügeln. «Es ist unser Eyecatcher.»

Ebenfalls Teil des Interieurs: Der alte VW Käfer von Mitgründer Martin Becker. «Der ist noch fahrtüchtig», sagt er. Gerne würde er das Schmuckstück auch an den neuen Standort mitzügeln. «Es ist unser Eyecatcher.»

zvg

Auf der Kleinbasler Brocki-Tour führt kein Weg an der Clara-Brocki vorbei. Das fünfstöckige Brockenhaus am Claramattweg ist eine gute Adresse für ausgefallene Einrichtungsgegenstände, die nicht selten auch eine Geschichte haben. Wie nun Ende dieser Woche bekannt wurde, muss die Brocki im Juli 2017 ihren fünfgeschossigen Krämertempel verlassen. Die Liegenschaft hat einen neuen Eigentümer, der anderweitige Pläne damit verfolgt.

«Das kam für uns sehr überraschend», sagt Mitgründer Martin Becker. Vom Verkauf habe er gar nichts gewusst, bis der neue Eigentümer sich vorgestellt habe, erzählt er. Für die Kult-Brocki ist diese Situation nicht unproblematisch. Die Brockenstube gehört zum Netzwerk der Sozialforma B2 und bietet 15 bis 20 integrative Arbeitsplätze. Wobei Becker dieses Label nicht gern hört. «Das sind richtige Jobs, wir setzen die Leute pragmatisch im ersten Arbeitsmarkt ein», betont er. «Wir sind auch nicht subventioniert.»

«Am liebsten im Kleinbasel bleiben»

Die Suche nach einer neuen Lokalität gestaltet sich nicht ganz einfach. Am liebsten hätte man wiederum 800 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, am besten zu einem günstigen Preis. «Wenn es mehrere Etagen hat, braucht es auch einen Möbellift», so Becker. Und am besten im Kleinbasel, wo die Brocki-Konkurrenz am grössten ist. «Viele Leute machen hier die Brocki-Tour, das bringt auch Laufkundschaft.»

Der neue Besitzer hat allerdings bereits eine andere Liegenschaft zur Nutzung in Aussicht gestellt. Noch ist aber nicht klar, ob diese auch geeignet ist. «Wir sind auf jeden Fall froh, wenn sich Optionen ergeben», meint Becker.

Möbel auf die Reise schicken

Die Clara-Brocki hat sich in den letzten sechs Jahren am Standort Claramattweg einen Namen gemacht, der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Möbel und Einrichtungsgegenstände der Brocki sind regelmässig auf Konzert- und Theaterbühnen zu sehen. Auch in der Brocki selbst fanden schon mehrere Konzerte und Kulturveranstaltungen statt.

«Koffer von uns sind zurzeit auch an der Art Basel in einer Installation zu sehen», erzählt Becker. Diese Leihgaben landen nach einer Tour mit den Lovebugs oder einer Exkursion an eine Kunstmesse dann wieder im Verkauf. «Wir wollen unseren Möbeln eine Geschichte geben», sagt er. Die Nähe zur Kultur sei Teil des Konzepts.

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