Spurlos verschwunden: Basler Musik-Szene sucht vermissten Kollegen
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Spurlos verschwundenBasler Musik-Szene sucht vermissten Kollegen

Der Schlagzeuger Daniel Buess ist wie vom Erdboden verschluckt. Sein musikalisches Umfeld hat nun alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den 40-Jährigen zu finden.

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ey/jd

Am 7. Februar verschwand der Basler Musiker Daniel Buess spurlos. Trotz grosser Suchaktion einer Sonderkommission, die die Basler Kriminalpolizei auf der Suche nach Buess eingesetzt hatte, konnte er nicht gefunden werden. Zuletzt gesehen wurde er in der Umgebung des Kaserneareals, wo er unter anderem einige Lokale im Rotlichtmillieu besucht haben soll. Die hiesige Musikszene ist bestürzt über das mysteriöse Verschwinden des bekannten Drummers. Auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken teilen Freunde und Bekannte die Vermisstenmeldung und haben bereits hunderte von Menschen um den Globus dazu aufgefuren, sie weiter zu verbreiten.

Sylwia Zytynska, bekannte Schlagzeugerin und Lehrerin an der Basler Musik-Akademie, kennt den 40-Jährigen schon seit seinem zwölften Lebensjahr. Sie postete: «Lasst uns der Polizei helfen, indem wir sein Foto überall verbreiten. Vielleicht ist das im Moment das Einzige, das wir für ihn tun können.» Sie habe lange mit ihm zusammen gearbeitet, bereits bevor er an der Musik-Akademie zu unterrichten begonnen habe. «Ich hoffe, dass wir bald herausfinden, was genau passiert ist», sagt Zytynska betrübt.

90'000 Personen erreicht

Auch der Musikförder-Verein RVF Basel hat alle Hebel in Bewegung gesetzt und bittet auf seiner Website um Hilfe. «Es ist unerträglich, einfach nichts zu tun, wenn ein Mensch auf so mysteriöse Art und Weise spurlos verschwindet», sagt RFV-Sprecher Chrigel Fisch. Rund 90'000 Personen konnten durch die Facebook-Aufrufe erreicht werden. 750 Mal wurde die Vermissten-Beschreibung geteilt.

Bei der Staatsanwaltschaft hiess es auf Anfrage: «Wir erhalten immer wieder Hinweise», so Sprecher Peter Gill. Jeder einzelne werde geprüft, zudem werden auch Personen vernommen. Trotz dessen blieb der Verschwundene bis zum heutigen Zeitpunkt unauffindbar. Die Sonderkommission sei mittlerweile aufgelöst worden, was jedoch dem normalen Verlauf der Dinge entspreche.

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