Misstöne am Tattoo: Basler nerven sich über Patrouille-Suisse-Krach
Aktualisiert

Misstöne am TattooBasler nerven sich über Patrouille-Suisse-Krach

Zum zehnjährigen Jubiläum des Militärmusik-Festivals Tattoo flogen sechs Kampfjets der Patrouille Suisse über das Kasernenareal und Basel. Dies führte zu einem Shitstorm im Netz.

von
jd
Zwei Mal flog die Patrouille Suisse über die Kaserne und die Stadt. Sehr zum Ärger einiger Bewohner.

Zwei Mal flog die Patrouille Suisse über die Kaserne und die Stadt. Sehr zum Ärger einiger Bewohner.

Die friedliche Sommer-Idylle wurde am Samstagabend durch einen jähen Lärm erschüttert, der der Basler Bevölkerung durch Mark und Bein ging. Was jedoch in jenem Schreckmoment nur wenigen bewusst war: Verursacher des ohrenbetäubenden Krachs war kein abstürzendes Flugzeug – es handelte sich um die sechs Tiger-Kampfjets der Patrouille Suisse, die anlässlich der 10-jährigen Jubiläumsausgabe des Tattoo ihre Runden über die Stadt zogen.

Das kurze, aber laute Donnern sorgte für rote Köpfe und wurde auf den Social-Media-Kanälen rasch zum meistdiskutierten Thema der Stunde. So etwa auf Twitter, wo die Flugshow mit «Idiotie par excellence» und «Schreckung der Bevölkerung» betitelt wurde. «Blödes Tattoo - völlig unnötiger Fluglärm um 21.35 Uhr!», nervte sich etwa ein Anwohner, der die Frage nach einer Sonderbewilligung in den Raum stellte.

Überflug zieht Shitstorm nach sich

Dies sei nicht nötig, folgte sogleich die Antwort eines anderen Twitters. Solange die Flugzeuge nicht unter 300 Metern Höhe fliegen würden, müsse kein Gesuch gestellt werden. Auch auf Facebook ist die Stimmung angeheizt. «Die spinnen doch total. Da donnert es extrem und das Kind heult und meint das Haus fängt an zu brennen. Der einzige Kommentar des Notrufes war: Patrouille Suisse - dann wurde abgehängt», echauffierte sich eine Mutter. Sie könne nicht begreifen, wieso ein privater Anlass zu Friedenszeiten ein solches «Chaos» veranstalten dürfe.

Polizeisprecher Andreas Knuchel bestätigt, dass mehrere Dutzend Anrufe von Anwohnern wegen dem Überflug der Patrouille Suisse eingegangen seien. «Bei den meisten Anrufen handelte es sich um Anfragen, woher der Lärm stamme und ob etwas geschehen sei.», so Knuchel.

«100'000 freuten sich, 500 beschwerten sich»

Während auf Social Media die Kritik laut wird, dass die Tattoo-Organisatoren den Überflug im Vorfeld nicht flächendeckend kommuniziert haben, verteidigt Werner Blatter, der Medienverantwortliche des Tattoo, diese Strategie.«Wir haben es absichtlich nicht sehr offensiv kommuniziert», sagt er.

Das Tattoo habe immer mit Kritikern zu tun, mit denen man als Veranstalter jedoch gut umgehen könne. «100'000 haben sich über die Patrouille gefreut. Diejenigen mit offiziellem Ticket sind fast durchgedreht vor Freude, viele Fans haben sich das Spektakel auf einer Rheinbrücke angesehen. Und dann gibt es halt 500 Personen, die sich beschweren, aber dabei handelt es sich um eine Minderheit.» Bei der Parade der sechs Kampfjets handle es sich um ein Präsent der Armee: «Es war ein Geschenk zum zehnten Geburtstag, das wir sehr gerne angenommen haben.»

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