Fahrzeug und Waffen: Basler Polizei rüstet gegen den Terrorismus auf

Aktualisiert

Fahrzeug und WaffenBasler Polizei rüstet gegen den Terrorismus auf

Die Basler Regierung will den Kanton besser gegen mögliche Terroranschläge wappnen. Die Basler Polizei soll ein gepanzertes Sonderfahrzeug und 380 neue Maschinenpistolen erhalten.

von
daf
1 / 3
Um besser gegen Terrorismus gewappnet zu sein, soll die Kantonspolizei Basel-Stadt 380 neue Maschinenpistolen und bessere Schutzbekleidung erhalten.

Um besser gegen Terrorismus gewappnet zu sein, soll die Kantonspolizei Basel-Stadt 380 neue Maschinenpistolen und bessere Schutzbekleidung erhalten.

Keystone/Georgios Kefalas
Zudem soll nach Wunsch der Basler Regierung ein gepanzertes Sonderfahrzeug angeschafft werden, das in ungesicherten Gebieten eingesetzt werden kann. Die Zürcher Polizei besitzt bereits ein solches Panzerfahrzeug.

Zudem soll nach Wunsch der Basler Regierung ein gepanzertes Sonderfahrzeug angeschafft werden, das in ungesicherten Gebieten eingesetzt werden kann. Die Zürcher Polizei besitzt bereits ein solches Panzerfahrzeug.

Keystone/Walter Bieri
Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) stellte das Massnahmenpaket zum Thema Radikalisierung und Terrorismus am Freitag den Medien vor.

Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) stellte das Massnahmenpaket zum Thema Radikalisierung und Terrorismus am Freitag den Medien vor.

20 Minuten/daf

Die Basler Regierung will rund 4,5 Millionen Franken für neues Material zugunsten der Basler Polizei ausgeben. Die Materialbeschaffung ist Teil eines umfangreichen Massnahmenpakets zum Thema Radikalisierung und Terrorismus, das Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) am Freitag den Medien vorgestellt hat.

Neu sollen die Basler Polizeikräfte ein gepanzertes Sonderfahrzeug erhalten, mit dem «Personen aus ungesicherten Gebieten evakuiert werden können», wie Dürr erklärte. Ein solches besitzt die Kantonspolizei bislang nicht. Welches Fahrzeugmodell es genau sein werde, sei noch nicht festgelegt worden. Die Regierung beantragt dafür aber ein Budget von einer Million Franken.

380 statt bisher 170 Maschinenpistolen

Auch die Waffenkammer der Polizei will die Basler Regierung neu ausstatten und erweitern: 380 Maschinenpistolen sollen angeschafft werden. Bislang hatte die Polizei deren 170 zur Verfügung. Damit will die Politik der aktuellen Bedrohungslage Rechnung tragen. Zudem seien «die jetzigen Maschinenpistolen veraltet», so Peter Kötter, Leiter Spezialformationen der Kantonspolizei Basel-Stadt. Auch neue und sicherere Schutzbekleidung soll es für die Polizisten geben.

Welcher Typ von Waffen und Art der Schutzbekleidung angeschafft werden sollen, konnte Regierungsrat Dürr am Freitag ebenfalls noch nicht sagen. Der Grosse Rat muss erst noch über das Massnahmenpaket befinden.

Spezifischere Ausbildung für Polizisten

Über die Materialbeschaffung hinaus beinhaltet das Paket zum Thema Radikalisierung und Terrorismus eine Reihe anderer Massnahmen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Seit November 2016 gibt es im Kanton Basel-Stadt eine Taskforce, die die Kommunikation zwischen den Departementen verbessern und die Arbeit koordinieren soll.

Basel-Stadt rüstet gegen Terrorismus auf

Welche Massnahmen werden in Basel gegen mögliche Terroranschläge ergriffen? Sicherheitsdirektor Baschi Dürr und Peter Kötter, Leiter Spezialformationen bei der Basler Polizei, erklären es im Interview.

Baschi Dürr und Peter Kötter erklären im Video, weshalb es neue Sicherheitsmassnahmen braucht. (Video: 20M/daf)

Zudem erhalten die Basler Polizisten nicht nur neues Material, sondern auch eine spezifischere Ausbildung in Sachen Terrorismus: Laut Kötter werden neue Übungen ins Ausbildungsprogramm eingebaut. Eine weitere Massnahme, die auch schon in der Vergangenheit zum Einsatz kam, sind Poller an Zufahrtsstrassen zur Innenstadt.

Mittels eines Flyers, der in den Basler Polizeiposten aufliegen wird, soll auch die Bevölkerung für das Thema Terrorismus sensibilisiert und darüber informiert werden.

«Behörden sind gut aufgestellt»

Sicherheitsdirektor Dürr beruhigte aber an der Medienkonferenz wiederholt: Das Risiko eines terroristischen Anschlags sei latent. «Zudem sind unsere Behörden gut aufgestellt. Wir agieren aus einer Position der Stärke.» Man müsse nicht alles umkrempeln und wolle keinesfalls auf Panik machen, so Dürr. Es seien da und dort «punktuelle Anpassungen» nötig. Grundsätzlich sei man auf Fälle von Radikalisierung und Terrorismus vorbereitet, so Dürr.

Deine Meinung