Aktualisiert 04.02.2004 16:22

Basler Polizist verschickte E-Mail mit Sadomaso-Bild

Das Basler Strafgericht hat am Mittwoch einen Polizisten vom Vorwurf des Verbreitens einer Gewaltdarstellung freigesprochen.

Der Angeklagte hatte ein E-Mail mit einem Sadomaso- Bild weitergeschickt.

Das Bild sei weder eine Gewaltdarstellung noch harte Pornografie im Sinne des Strafgesetzbuches, begründete das Gericht den Entscheid. Beim corpus deliciti handelt es sich um die Darstellung eines Mannes, der an einer Kette hochgezogen wird, die um seine Hoden angebracht ist.

Er habe die beiden Bilder, zwei Perspektiven der gleichen Szene, per Mail erhalten, bestätigte der Angeklagte vor Gericht. Er selbst ist Angestellter der Kantonspolizei Basel-Stadt, der Absender arbeitet bei einem Baselbieter Statthalteramt.

In beiden Fällen waren die Geschäftscomputer betroffen. Vom Computer des Polizisten gingen die Bilder per Mail weiter an einen weiteren Mitarbeiter der Kantonspolizei Basel-Stadt sowie an eine private E-Mail-Adresse. Das Gericht ging dabei davon aus, dass es sich dabei um die private Adresse des Angeklagten selbst handelte.

Der Angeklagte räumte ein, eine ähnliche Adresse besessen zu haben, bestritt jedoch, das E-Mail weitergeschickt zu haben. Vielleicht sei er einmal vom Computer weggegangen, ohne sich abzumelden, zudem sei sein Passwort einfach zu erraten gewesen.

Gängige Darstellung

Der Verteidiger fügte diesen Argumenten hinzu, dass der objektive Tatbestand nicht erfüllt sei. Die Darstellung zeige eine Sadomaso-Praktik, die offenbar gängig sei und vermutlich der Luststeigerung dienen solle. Sie sei aber keine grausame Gewalt im Sinne des Strafgesetzbuches, begründete der Verteidiger seinen Antrag auf Freispruch.

Auch der Strafgerichtspräsident als Einzelrichter kam zum Schluss, dass keine Darstellung grausamer Gewalt vorliege. Grundsätzlich seien auch Sadomaso-Spiele Gewalt, doch reiche nicht alles, um als harte Pornografie taxiert zu werden.

(sda)

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