Aktualisiert 03.02.2005 23:34

Basler SP will nicht auf Sitz im Bankrat verzichten

Nach der Nichtwahl von Anita Fetz in den Bankrat der Basler Kantonalbank herrschte gestern grosse Ernüchterung bei der Basler SP.

«Die Bürgerlichen haben Anita Fetz nicht gewählt, obwohl sie ihr kein konkretes Fehlverhalten vorwerfen konnten – das finde ich übel», sagte SP-Präsident Beat Jans. Dass auch Grossräte aus dem rot-grünen Lager nicht für Fetz stimmten, will Jans nicht überbewerten: «Die Bündnispartner haben nur das Urteil der Bürgerlichen vollstreckt», sagte er. Zudem hätten die Grünen bereits vor den Wahlen klar gemacht, dass sie ein ethisches Problem mit den Wahlkampfspenden von Fetz haben und deshalb nicht geschlossen für die SP-Ständerätin stimmen werden. Die SP will aber keinesfalls auf ihren Sitz im Bankrat verzichten: «Wir suchen jetzt eine neue Kandidatin», versicherte Jans. Fetz selbst wollte auf Anfrage von 20 Minuten keine Stellung beziehen.

Was halten Sie von der Nichtwahl von Anita Fetz?

Laura Zumsteg (76), Basel

Ich finde die Nichtwahl von Fetz richtig. Die unsauberen Dinge im Zusammenhang mit Dieter Behring kann ich nicht gutheissen. Die Politik muss dem Volk gegenüber immer ehrlich sein – und umgekehrt.

Janiv Oron (29), Basel

Ich denke, Anita Fetz ist eine gute Ständerätin für Basel. Die Nichtwahl in den Bankrat der Basler Kantonalbank nur wegen der Pro-Facile-Affäre finde ich persönlich nicht in Ordnung.

Bettina Tschäppät (33), Oberwil

Dass Anita Fetz vom Grünen Bündnis nicht in den Bankrat gewählt worden ist, finde ich schlecht. Dies ist vermutlich die Folge der heftigen Medienkampagne. Jetzt hoffe ich, dass eine andere Frau gewählt wird.

Beat Simon (46), Basel

Die Nichtwahl ist in Ordnung: Fetz hätte sich besser über Pro Facile informieren sollen. Dass sie Dieter Behring auf den Leim gekrochen ist, da kann ich ihr hingegen keinen Vorwurf machen: Das sind andere auch.

Dominik Prétôt (28), Basel

Meiner Meinung nach hat Anita Fetz beim Grossen Rat bloss den «Puls» gefühlt: Mit ihrem Rückzug nach zwei Wahlgängen hat sie eine Schlappe umgangen und konnte dadurch ihr Gesicht wahren.

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