Aktualisiert 22.07.2014 15:30

Herzog & de Meuron

Basler Star-Architekten scheitern in Zürich

Das Schmuckgeschäft Bucherer will seiner Zürcher Filiale eine auffällige Ladenfassade verpassen. Doch der Stadt gefallen die Pläne des Architekturbüros Herzog & de Meuron nicht.

von
som
Die Bucherer-Filiale an der Zürcher Bahnhofsstrasse muss wohl vorerst so bleiben.

Die Bucherer-Filiale an der Zürcher Bahnhofsstrasse muss wohl vorerst so bleiben.

An einen überdimensionierten Lautsprecher erinnern die Pläne der neuen Fassade des Schmuckhändlers Bucherer an der Zürcher Bahnhofstrasse. Entworfen hatte die gelochte Fassade, die nach unten ausragt, das weltbekannte Architekturbüro Herzog & de Meuron aus Basel.

Doch die Bausektion des Stadtrats mit André Odermatt (SP), Andres Türler und Filippo Leutengger (beide FDP) steht laut dem «Tages-Anzeiger» dem Vorhaben mehrheitlich negativ gegenüber. Für die geplante Gebäudehöhe von 20 Metern könne keine Bewilligung in Aussicht gestellt werden, steht im Vorentscheid. Dass das 1962 gebaute Gebäude bereits gleich hoch ist, hilft nichts. Die Anfang der Sechzigerjahre erteilte Baubewilligung gelte nicht automatisch für das neue Projekt, finden die drei Stadträte. Wegen den hohen Umbaukosten stufen sie es unter anderem als neubauähnliche Umgestaltung und nicht als Umbau ein.

Schriftzug ist zu auffällig

Als negativ beurteilte die Bausektion auch den neun Quadratmeter grossen, passiv beleuchteten Bucherer-Schriftzug auf halber Höhe der Fassade. «Der Schriftzug sprengt in Dimension und Wirkung die vorherrschende Massstäblichkeit an der Bahnhof­stras­se.» Die bestehenden Reklamean­lagen in der Umgebung seien auf das Erdgeschoss konzentriert, zurückhaltend und kleinteilig. Die vorgeschlagene Fassaden­gestaltung zur Bahnhofstrasse ziele aber primär darauf ab, die Marke Bucherer mit architektonischen Mitteln zu zelebrieren. Ein weiteres Problem für die Stadt sind die Löcher in der Fassade, die laut der Bausektion die Sicht ins Freie beeinträchtigen - will heissen, dass nicht genügend Licht in die Arbeitsräume kommen könnte.

Immerhin äusserste sich die Bausektion hinsichtlich der auskragenden Fassade wohlwollend. Auf der Basis der eingereichten Pläne könne eine «gebührenpflichtige Konzession» für die «Beanspruchung des öffentlichen Luftraums durch eine Fassadenausbuchtung und durch Sonnenstoren in Aussicht gestellt werden».

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