Neuer Trend: Basler Studenten haben das Jodeln entdeckt
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Neuer TrendBasler Studenten haben das Jodeln entdeckt

Die Jodel-App für anonymen Campus-Talk macht in Basel Furore. Studis teilen darauf ihre Leiden zur Lernzeit und ihren Frust über Platznot an der Unibibliothek.

von
lha

Die Uni Basel hat einen neuen virtuellen Pausenplatz: Die App Jodel hat mittlerweile auch den hiesigen Campus erobert. Die Anwendung ist erst seit diesem Jahr erhältlich und wurde schon auf fast eine Million Smartphones vor allem von Studenten geladen. Mit Jodeln hat die App höchstens im übertragenen Sinne zu tun: Der digitale Jodler kann eine Botschaft auf der App einstellen, die dann von anderen Usern im Umkreis von zehn Kilometern gelesen werden kann.

«Der Standortbezug ist das besondere an Jodel», erklärt Alexander Linewitsch, Produktchef der App, gegenüber dem Studentenblog Beast der Uni Basel. Wenn man Posts aus der unmittelbaren Umgebung lese, sei die Identifikation damit grösser. Die App wolle Zugehörigkeit zu einer lokalen Community schaffen.

Geteiltes Leid hat Konjunktur

Das funktioniert. Zusammengehörigkeit schafft bei den Basler Studierenden vor allem das geteilte Leid. Denn besonders jetzt vor den Festtagen will bei vielen keine Freude aufkommen – nach Neujahr beginnt bereits wieder eine Prüfungssession. «Ich beneide die alten Leute, die gemütlich durch die Stadt bummeln und sich einen heissen Tee gönnen und keine Prüfungen vor sich haben nach den Festtagen», jodelte ein Basler Studi am Dienstagmorgen.

Ein beliebtes Thema ist auch die chronische Platznot an der Universitätsbibliothek zur Lernzeit. Wenn es heisst: «du musst vornedran campen» ist klar, dass ein anderer Ort zum Lernen gesucht werden muss. Für Skandale sorgte die App in Basel bislang noch nicht. In St. Gallen wurde via Jodel etwa publik, dass die Studierenden der HSG darunter leiden, in den Toiletten nur kaltes Wasser zum Händewaschen zu haben.

Gutes Karma für nette Worte

Wer wann was jodelt, bleibt allerdings geheim: Die App ist komplett anonym, ausser man jodelt seinen Namen heraus. So wie der chinesische Austauschstudent Xiang-Zhu, der sich am Dienstag auf Jodel von seinen Basler Kommilitonen verabschiedete. «Ich wollte euch Danke sagen. Ihr wart sehr nett», schrieb er. Damit erntete er viele Karma-Punkte: Damit belohnen sich die User auf der App für gelungene Beiträge.

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