Universität Basel: Basler Studenten vor Schicksalsabstimmung
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Universität BaselBasler Studenten vor Schicksalsabstimmung

Die Studenten der Uni entscheiden über den Austritt der Skuba aus dem Verband der Schweizer Studierendenschaften. Die Abstimmung läuft bis Freitag Mitternacht.

von
jd
Die Studenten können noch bis Freitag Mitternacht abstimmen, ob die Skuba beim VSS austreten soll oder nicht.

Die Studenten können noch bis Freitag Mitternacht abstimmen, ob die Skuba beim VSS austreten soll oder nicht.

Quo vadis Basler Studentenvertretung? Es wäre nicht das erste Mal, dass die studentische Körperschaft der Universität Basel (Skuba) aus dem Verband der Schweizer Studierendenschaften austreten würde (VSS). Dass die Zukunft der skuba in den Händen der Studenten liegt, ist jedoch eine Premiere. Bis um Freitag Mitternacht können alle Studierenden ihre Stimme abgeben und über den Austritt der Skuba, der aus Spargründen gefordert wird, entscheiden.

Eine Stimme in Bern haben oder nicht

Dass der Austritt keine Lösung sei, davon ist Jennifer Burri vom Nein-Komitee überzeugt. Der VSS habe Kontakte mit National- und Ständeratsmitgliedern sowie einen guten Draht zum Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation. «Wir müssen unsere bestehenden Netzwerke nutzen», sagt die Geschichts-Studentin. Auf keinen Fall dürfte man diese Interessensvertreter aufgrund von Schulden aufs Spiel setzen. «Mit dem Ausstieg aus dem VSS hat die Skuba keine Möglichkeit mehr, die Studierenden der Uni Basel bei Beschlüssen auf

Bundesebene politisch zu vertreten», sagt sie.

Studienratsmitglied Thibaut Meyer hingegen stellt den Sinn des VSS in Frage. «Was bringt der Skuba die Mitgliedschaft?», fragt er und spricht von einem «ominösen Mehrwert». Zurzeit sei die Studentenvertretung aufgrund der Schulden handlungsunfähig. Damit die finanzielle Zukunft gesichert sei, müsse zuerst gespart werden. «Wir wären ja nicht die einzige Uni, die nicht beim VSS wäre. Andere grosse Universitäten sind nicht dabei und vermissen auch nichts», so Thibaut. Dazu zählen etwa die Uni Genf oder die HSG St. Gallen. Die übrigen grossen Universitäten sind aber im VSS vertreten.

Ausstiegsdebatte wegen Schulden

Das Fundament der Skuba begann bereits mit dem Projekt Caffè Bologna zu bröckeln. Nachdem dieser Ausflug in die Gastronomie die Studentenvertretung vor zwei Jahren beinahe in den Ruin getrieben hatte, stand die Vertretung vor einem Schuldenproblem: Ein Defizit von 360'000 Franken musste getilgt werden.

Im Zuge von Budget-Gesprächen im Studierendenrat wurde 2013 der Austritt aus dem VSS besprochen, um die Mitgliedskosten von rund 55'000 Franken pro Jahr einzusparen. Seither ist die Diskussion um die Zugehörigkeit der Skuba in vollem Gange. Der Studienrat stand schon mehrmals kurz davor, die Banden mit dem VSS zu beenden. Auf die Austritts-Entscheidungen folgten jedoch jeweils Referenden von Seiten der Ausstiegs-Gegner.

Online-Tool funktioniert nur zeitweise

Der Stand der bisherigen Abstimmungs-Beteiligung ist streng geheim. Ein technischer Defekt sorgte unter den Studenten jedoch für mächtigen Ärger: Die Online-Abstimmung verlief alles andere als reibungslos. Weil das System zickte, entschied sich die Universität, eine Urne aufzustellen.

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